• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Es kommt eine Inflation von circa 3 Prozent auf uns zu: Die deutsche Bundesbank erwartet steigende Verbraucherpreise in diesem Jahr. Ein Grund zu großer Sorge ist das nicht, sagt Wirtschaftsjournalistin Sandra Pfister.

Noch ist es nur eine Prognose: Die Bundesbank befürchtet eine Inflation von bis zu 3 Prozent. Inflation bedeutet, dass alles teurer wird. Wenn wir weniger für unser Geld bekommen, ist unser Geld weniger wert. Bereits zu beobachten ist das beim Tanken und Heizen, Fahrräder werden teurer und Lebensmittel. "Das ist aber alles moderat", sagt Sandra Pfister aus unserer Wirtschaftsredaktion. "3 Prozent Inflation sind nicht brutal viel."

"3 Prozent Inflation würde bedeuten: Die Dinge, die wir kaufen, sind im Schnitt 3 Prozent teurer als etwa im Herbst vergangenen Jahres."
Sandra Pfister, Dlf-Wirtschaftsredaktion

Eine Katastrophe wäre das laut der Wirtschaftsjournalistin also nicht. "Seit zehn Jahren, seit der Finanzkrise, haben wir so gut wie keine Preissteigerungen oder die Preise sind sogar gesunken." Ein moderater Anstieg der Inflation sei auch ein Zeichen, dass die Wirtschaft sich wieder erholt.

Die aktuelle Inflation liegt bei einem Prozent. Nach Vorstellungen der Zentralbanken wären zwei Prozent ideal.

Regierungen haben den Menschen viel Geld gegeben

Wenn die erwartete Inflation tatsächlich kommt, könnte das am vielen Geld liegen, das derzeit im Umlauf ist. "Die Staaten haben gigantische Konjunkturprogramme gebastelt", erklärt Sandra Pfister. "In den USA haben Haushalte ja tatsächlich Barschecks geschickt bekommen, damit sie Geld ausgeben und damit Unternehmen retten." In Deutschland sorgt die Regierung dafür, dass Menschen etwa Kurzarbeitergeld erhalten und weiter einen Verdienst haben. Kurz: Die Regierungen nehmen Schulden auf und die Zentralbanken versorgen sie weiterhin mit Geld.

"Es ist verdammt viel Geld im Umlauf. Die Regierungen verschulden sich dafür, und die Zentralbanken halten sie flüssig."
Sandra Pfister, Dlf-Wirtschaftsredaktion

Hinzu kommt, dass viele Menschen, die nicht von Arbeitslosigkeit oder Verdienstausfällen betroffen waren, sehr viel Geld sparen konnten. Niemand konnte zum Friseur, ins Kino, Restaurant oder auf Reisen gehen. "Nach dem Lockdown werden viele Menschen konsumieren wollen, sich was gönnen", vermutet Sandra Pfister. "Manche sagen ja schon: Da kommen jetzt die Roaring Twenties, wie vor 100 Jahren."

Wichtige Frage: Deckt das Angebot die Nachfrage?

Ein Problem wäre, sagt Sandra, wenn die Wirtschaft so gut läuft, dass ganz viele Fachkräfte fehlen, dann könnten die Arbeitnehmenden höhere Löhne verlangen. Das treibt die Preise dann in die Höhe.

Wenn wir aber erstmal alle gefeiert und eingekauft haben, reicht es vielleicht auch wieder. Wenn Hotels, Restaurants, Computerhersteller und so weiter die Nachfrage bedienen können, müssen die Preise nicht unbedingt steigen. Dass unser Geld an Wert verliert, ist also keine ausgemachte Sache.