In diesem Jahr gibt viele Hornissen, und ihre Nester können ziemlich störend sein. Deshalb werden zurzeit relativ viele umgesiedelt. Die Wespenart ist aber durchaus nützlich.

Imker und Schädlingsbekämpfer haben in diesem Sommer viel zu tun, denn Hornissen haben sich durch das warme Wetter stark vermehrt. Weil sie die Standortwahl für ihre Nester nicht mit uns absprechen, ziehen sie meist den Kürzeren und werden umgesiedelt, auch wenn sie sehr nützlich sind.

Hornissen stehen unter Naturschutz

Dem Ehepaar Fiene aus Bonn ist kürzlich aufgefallen, dass an ihrem Haus ziemlich viele Hornissen herumschwirren, die dann in einem Loch in der Wand verschwinden. Damit die Fienes das Nest beseitigen lassen dürfen, müssen sie aber aus Naturschutzgründen erst eine Genehmigung einholen.

Hornisse
© Deutschlandfunk Nova | Till Opitz

Für die Hornissen-Umsiedlung haben die Fienes den Imker Klaus Maresch zu Hilfe geholt. Unser Reporter Till Opitz hat sich von Klaus Maresch zeigen lassen, wie er dabei vorgeht.

Hornissen sind weniger aggressiv als Wespen

Um hinter die Wandverkleidung zu gucken, hat Klaus Maresch zwei Handwerker mitgebracht. Besondere Schutzkleidung legen sie nicht an, als sie die Wandverkleidung aufhebeln. Nur Handschuhe habe sie sich zur Sicherheit angezogen. Durch die Arbeiten wird es unruhig im Nest. Die ersten Hornissen, die herausfliegen, sammelt Imker Maresch mit einem Käscher ein.

"Man sieht ja, wie friedlich die sind, es hat uns trotz Störung noch nicht eine einzige attackiert."
Klaus Maresch siedelt Hornissen-Nester um

Leider kommen Imker und Handwerker letztlich nicht an das Nest heran, weil es zu tief in der Mauer liegt. Das ist tragisch für die Hornissen, weil sie nun mit einem Insektizid-Dampf getötet werden müssen. 

Männer beseitigen Hornissen-Nest
© Deutschlandfunk Nova | Till Opitz

Wäre der Imker an das Nest herangekommen, hätte Klaus Maresch die Hornissen eingefangen und in eine Transportbox gesteckt. Danach hätte er das Nest herausgeschnitten, in dem sich noch Arbeiterinnen und Königin befinden. Das Nest wird dann mit einem Heißkleber in einer Transportkiste befestigt. Später wird die Kiste an einem anderen Ort geöffnet und die Hornissen beginnen, sich sofort zu orientieren.

Hornissenstiche sind für Allergiker und Kleinkinder gefährlich

So eine Umsiedlung verläuft in der Regel relativ ungefährlich, weil Hornissen längst nicht so aggressiv sind wie Wespen. Kritisch wird es, wenn am Nest gerüttelt wird, dann werden auch Hornissen wild. Sticht eine Hornisse zu, dann ist das sehr schmerzhaft. Gefährlich ist ein Hornissenstich besonders für Kleinkinder und Allergiker. Übrigens stehen nur die Weibchen. Männliche Hornissen haben gar keinen Stachel.

"Was Hornissen nicht mögen, sind Erschütterungen des Nestes. Wenn sie zum Beispiel in einem Gartenhäuschen nisten und man die Tür knallt, dann kommen sie natürlich raus."
Imker Klaus Maresch über das Verhalten von Hornissen

Außer dass Hornissen recht friedlich sind, haben sie noch andere positive Eigenschaften: Zum Beispiel gehen sie nicht ans Essen, weil sie Frischfleischjäger sind. Und am liebsten jagen sie Wespen, Bremsen und andere Insekten. Also sind sie mega-nützlich! 

"Hornissen sind Frischfleischjäger. Die würden niemals das Steak, das Grillfleisch anknabbern. Aber die Wespe, die am Grillfleisch rumnagt - die würden sie fangen."
Klaus Maresch, Imker

Deshalb sind Hornissen beispielsweise gerne auf Pferdehöfen gesehen, weil sie die fiesen Pferdebremsen killen.


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