Mücken lassen sich mit Insektiziden bekämpfen. Das Problem: Die töten auch Insekten, die erwünscht sind. Eine Falle, die nur Mücken anzieht, hat sich den menschlichen Körper als Vorbild genommen.

Der Insektenforscher Bart Knols aus Nijmwegen in den Niederlanden hat eine natürliche Mückenfalle aus Schweiß und Mundgeruch entwickelt. Erfolgreich eingesetzt hat er diese Geruchsbombe auf den Malediven. Dort ist die Mückenpopulation um 95 Prozent zurückgegangen.

Schon lange werde dieses besondere Verhältnis Mensch und Mücke erforscht, sagt Bart Knols. In den 60er Jahren haben Forschende bereits herausgefunden, dass die asiatische Tigermücke auf Milchsäure reagiert und sie durch den menschlichen Schweißgeruch angezogen wird.

Diese Anziehung wird durch das Kohlendioxid verstärkt, das wir ausatmen. Mit diesem Wissen ist es möglich, umweltfreundliche Methoden zur Bekämpfung der Mücken zu entwickeln. Das Versprühen von Insektiziden kann man sich dann sparen, sagt Knols.

"Das Versprühen von Insektiziden ist die meistverbreitete Methode auf den Malediven."
Bart Knols, Insektenforscher

Für die Mückenfalle ist ausschlaggebend, dass die Milchsäure, die wir durch das Schwitzen verlieren, und das Kohlendioxid kombiniert werden. "Dann bekommt man das beste Resultat", sagt Bart Knols.

Umweltschonende und erfolgreiche Methode

Auf den Malediven sind viele solcher Fallen aufgestellt worden. Und die Mücken wurden weniger.

"In den ersten zwei Tagen kann man die Milchsäure riechen."
Bart Knols, Insektenforscher

Diese Geruchsfallen können wir in den ersten Tagen nach Aufstellen riechen, sagt Bart Knols. Nach drei Tagen riechen wir nichts mehr. Die Falle ist aber einen Monat lang wirksam.

Insgesamt hat der Insektenforscher mit einem Team über 500 Fallen aufgestellt, in denen circa 3000 Moskitos pro Tage gefangen wurden. Die Fallen haben ungefähr die Größe eines Eimers.

Zu Beginn des Projekts vor zwei Jahren hätten sie in den ersten Tagen nach Aufstellen der Fallen sogar über 100.000 Mücken pro Tag gefangen. Inzwischen seien es nur noch 100 bis 200 pro Tag. Daraus ergibt sich für den Forscher, dass die Population um 95 Prozent zurückgegangen ist.

"In den letzten zwei Jahren hat die Insektendichte und -vielfalt zugenommen."
Bart Knols, Insektenforscher

Mit dem Rückgang der Mückenpopulation haben die Vielfalt und Dichte anderer Insekten zugenommen, sagt Bart Knols.

Denn seit Beginn des Mückenprojekts auf den Malediven vor zwei Jahren wurden keine Insektizide mehr versprüht. Dadurch gibt es für Vögel und andere Tiere mehr Nahrung.

"Die Auswirkung auf die Umwelt hat sich als besonders positiv herausgestellt."
Bart Knols, Insektenforscher

Für den Insektenforscher ist das Projekt unterm Strich sehr positiv, denn so konnte ein Teil der Natur auf den Malediven geschützt und sogar wiederhergestellt werden. Die Insektenvielfalt unterstützt auch die Landwirtschaft. Mehr Insekten können mehr Bäume und Pflanzen bestäuben, und so gibt es mehr Obst. Und: Das hilft den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, sagt Bart Knols.

"Alles ist besser geworden."
Bart Knols, Insektenforscher

Das positive Beispiel hat die Runde gemacht, und viele andere Inselstaaten weltweit fragen Bart Knols an. Er sagt: "Die wollen auch mit dem Spritzen aufhören."