• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Weniger Insekten bedeuten weniger Futter für Vögel. Deshalb ist es ratsam, die Tiere zu füttern. Und zwar nicht nur im Winter. Dass sie deshalb faul würden, hat sich nicht bestätigt.

Vogelschützer wie der Ornithologe Peter Berthold raten dazu, Vögel das ganze Jahr zu füttern. Er forscht seit 60 Jahren zu Vögeln und hat viele Jahre die Vogelwarte Radolfzell geleitet – eine Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie.

Der bekannteste Vogelexperte Deutschlands begründet die Ganzjahresfütterung damit, dass die Vögel in der freien Natur kaum noch Insekten finden. Die Probleme sind bekannt: Unter anderem gibt es immer weniger Grünflächen und zunehmend Monokulturen in der Landwirtschaft.

Vögel füttern hilft ihrem Bestand

Lange Zeit wurde das Füttern an 365 Tagen im Jahr auch kritisiert. Die Vögel würden quasi faul werden, wenn man sie permanent füttere. "Mittlerweile scheint aber klar, dass die Vögel nach wie vor selbst nach Insekten suchen, auch wenn man sie füttert", sagt unser Reporter Sebastian Sonntag.

Ein Buntspecht hängt am Vogelfutter und frisst.
© picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke
Im Winter finden Vögel schon einige Futterstellen. Aber warum nicht auch im restlichen Jahr füttern?

Vogelexperte Peter Berthold füttert im Frühling und im Sommer sogar deutlich mehr als zum Beispiel im Winter. Denn im Frühling und Sommer sind die Altvögel mit der Aufzucht der jungen Vögel beschäftigt. Das raubt viel Energie. Wenn sie dann zu wenig Insekten finden, fehlt ihnen ausreichend Futter. Das finden sie aber an Futterstellen. Die Insekten, die jagen, können sie dann an den Nachwuchs geben.

Richtiges Zufüttern ist entscheidend

Deshalb ist es auch wichtig, im Frühling und Sommer neben Körnern auch Fettfutter anzubieten. Für Peter Berthold ist das auch ein Beitrag zum Artenerhalt. Durch das Zufüttern beginnen die Vögel im Schnitt eine Woche früher mit dem Eierlegen, sagt Sebastian. Dadurch steige die Chance, dass die Vögel in einer Saison ein zweites Mal brüten, wodurch die Population deutlich steigt. Außerdem nimmt die Eierqualität zu, wenn Vögel das ganze Jahr gefüttert werden.

"Die Ganzjahresfütterung kann auch dafür sorgen, dass Vögel mehr Eier legen und die Eierqualität steigt."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Als Vogelfutter bietet sich als Basisfutter eine Mischung aus Sonnenblumenkernen und zerhackten Erdnüssen an. Da ist für viele Vögel was mit dabei. Das Futter kann in Säulen angeboten werden: auf dem Balkon oder im Garten. Es ist sinnvoll, mehr Futterstellen anzubieten, dann können sich die Vögel verteilen und es gibt weniger Streit. Und am besten kein Futter an Stellen anbieten, die für Katzen erreichbar sind.

Wer gezielt einzelne Vogelarten was Gutes tun will, für den hat Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung noch ein paar Tipps:

  • Amseln stehen besonders auf klein geschnittene Äpfel, Haferflocken und Rosinen
  • Rotkehlchen mögen Fettfutter, kleine Samen, gehackte Nüsse und auch gerne Rosinen
  • Eichelhäher bevorzugen Sonnenblumenkerne und Nüsse, die sie gut knacken können

Als Fettfutter gelten zum Beispiel Meisenknödel. Ebenso Erdnussbutter für Vögel. Knödel lassen sich auch selbst machen. Sebastian hat dafür einen Tipp: Zwei Teile Rindertalg oder Kokos und ein Teil Körner im Kochtopf auf dem Herd zusammenrühren. Anschließend in eine Tasse füllen und mittig einen kleinen Stock reinstecken. Nach dem Abkühlen lässt sich die Tasse am Henkel draußen aufhängen und die Vögel können mit dem Futtern loslegen. Aber im Sommer sollte man einen kühlen Ort suchen, sonst schmilzen Rindertalg oder Kokos und tropfen dahin.