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Eigentlich versteht Instagram wenig Spaß, wenn es um Nacktheit geht. Doch das Bildernetzwerk hat seine Regeln angepasst und erlaubt bestimmte Nacktaufnahmen.

Natürlich gibt es schon jetzt auf Instagram Millionen von mehr oder weniger erotischen Fotos mit viel nackter Haut. Schöne Menschen zeigen ihre schönen Körper, sexy Fotos kommen gut an auf Insta. Auf der anderen Seite aber achtet die Facebook-Tochter darauf, dass nicht zu viel nackte Haut gezeigt wird.

Unbedeckte weibliche Brustwarzen zum Beispiel gingen gar nicht. Selbst Fotos vom Stillen von Babys oder Darstellungen nackter Menschen auf Gemälden sind schon der Insta-Zensur zum Opfer gefallen.

Instagram: Nacktheit bei Gesundheitsthemen in Ordnung

Doch genau das ändert sich nun. Nacktaufnahmen sind erlaubt, wenn es mit dem Thema Gesundheit zu tun hat. "Auch beim Thema-Kunst drückt Insta künftig ein Zensur-Auge zu", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte.

"Alles, was mit dem Thema Gesundheit zu tun hat, ist erlaubt. Auch beim Thema-Kunst drückt Insta künftig ein Zensur-Auge zu."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Damit folgt Instagram den Empfehlungen seines neuen Aufsichtsgremiums: Das hatte 17 Empfehlungen ausgesprochen, Mutterfirma Facebook hat davon elf Empfehlungen bereits zugestimmt.

Laut aktualisierten Instagram-Richtlinien heißt es darum: Weibliche Brustwarzen sind ok, wenn "Frauen beim Stillen, nach einer Entbindung und in den Momenten danach" gezeigt werden.

Erlaubt sind künftig auch Fotos nach einer Brustamputation, also wenn es darum geht, Userinnen und User auf das Thema Brustkrebs aufmerksam zu machen. "Erlaubt ist auch, wenn jemand eine geschlechtsangleichende Operation hatte", sagt Martina. "Dann darf er, sie oder xier das auch bei Insta zeigen."

Mehr Freiheiten bei der Kunst

Auch in der Kunst wird Instagram großzügiger bei der Darstellung von Nacktheit und weicht von seinen bisherigen Vorstellungen ab. "Nicht nur viele Künstler litten ja in der Vergangenheit darunter, dass bei Insta in Gemälden oder Skulpturen die weiblichen Brüste oder generell andere primäre oder sekundäre Geschlechtsmerkmale den Uploadfiltern zum Opfer fielen", sagt Martina Schulte.

"Dieses puritanisch-amerikanische Konzept einer 'negativen Sexualität' verschwindet jetzt ein Stück weit aus Insta, aber eben nicht völlig."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Gemälde mit Penissen oder Vaginen? Schwierig. Aber das ändert sich jetzt: Nacktheit auf Fotos von Gemälden und Skulpturen ist künftig gestattet.

Was weiterhin nicht erlaubt ist: Nacktfotos ohne Gesundheits- oder Schwangerschaftskontext, zum Beispiel am Strand zu zeigen. "Insta will nach wie vor familienkompatibel bleiben und sich deutliche von Sex- und Pornoseiten abgrenzen", sagt unsere Reporterin. Der Grund: "Die Werbekunden wollen das so."