Abdou Diouf aus Dakar war auf der Flucht. Aus dem Senegal wollte er nach Europa kommen. Von diesem Trip hat er Selfies gemacht und sie auf Instagram gepostet. Mittlerweile hat der Account über 13.000 Follower, und viele Medien haben drüber berichtet. Doch der Account war nur Fake.

Auf dem Instagram-Profil von "abdoudiouf1993" sieht man Fotos, auf denen sich der Senegalese vor seiner Flucht noch mal die Haare schneiden lässt. Bilder mit seiner Familie. Oder wie er nachts verängstigt in einem Boot sitzt, daneben steht: "Die letzte Möglichkeit - ein Gummiboot."

Werbeaktion für ein Fotofestival

Aber: Das Profil stammte gar nicht von Abdou Diouf, sondern von einer Werbeagentur, die damit Werbung für ein Fotofestival in Spanien gemacht hat. Nach eigener Aussage wollten die Macher die "Banalität" der Selfies in den Zusammenhang von Flucht und Verfolgung stellen.

"Da denkt man sich wirklich kurzzeitig: Es hackt bei denen."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Der Mann auf den Fotos ist offenbar ein Handballspieler, der in Spanien lebt. Die Fotos wurden auch alle da aufgenommen.

Keiner hat’s gemerkt

Man hätte es sich vielleicht denken können: Die Hashtags, mit denen Abdou Diouf seine Posts getaggt hat, waren zum Beispiel etwas verdächtig: #LovingLife, #InstaLovers oder #RichkidsofInstagram. Er schien also ein Social Media Profi zu sein. Außerdem trägt er den Namen eines früheren Präsidenten des Senegal.

Reaktion der User

Die Mehrheit hat "Abdou" viel Glück und das Beste für die Zukunft gewünscht. Es gab aber auch rassistische Äußerungen.

"Einige haben fremdenfeindliche Kommentare hinterlassen, etwa: 'Hier ist kein Platz für dich, hier gibt‘s keine Arbeit'."
Anna Kohn