Eine Frau hat Selfies mit Männern gemacht, von denen sie auf der Straße belästigt wurde. Danach hat sie die Bilder bei Instagram veröffentlicht. Die feministische Bloggerin Anne Wizorek hält dieses Anprangern von Belästigung für wichtig.

Die 20-jährige Noa Jansmas aus Amsterdam hat einen Monat lang bei Instagram Selfies mit Männern gepostet, die sie in dieser Zeit in der Öffentlichkeit belästigt haben. Zu den Bildern schreibt sie, was die Männer vorher getan und gesagt hatten. Manche sagten ihr, sie solle doch mal lächeln. Andere wollten gleich mit ihr nach Hause gehen.

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Auf den Bildern schaut sie gelangweilt in die Kamera. Die Männer dagegen scheinen sich über das Bild zu freuen. Dabei wussten sie nicht, dass sie im Rahmen des Projekts DearCatcallers bloßgestellt werden sollten. 144.000 Nutzer und Nutzerinnen folgen Noa bis jetzt bereits auf Instagram. 'Catcalling' bedeutet so viel wie 'Hinterherpfeifen'.

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In ihrem letzten Instagram-Post schreibt Noa: "Der Monat ist zu Ende gegangen. Um zu zeigen, dass es ein weltweites Problem ist und dass es in diesem Projekt nicht nur um mich geht, werde ich diesen Account jeden Monat an eine andere Frau übergeben. Schließt euch mir in meinem Kampf an und postet eure eigenen #dearcatcallers."

"Sexistische Bemerkungen werden immer noch gesellschaftlich sehr klein gemacht. Betroffene kriegen immer wieder zu hören 'Jetzt hab dich mal nicht so!'"
Anne Wizorek, feministische Bloggerin

Die feministische Bloggerin Anne Wizorek hält das Problem der Belästigung weiterhin für aktuell. Gerade die rechtspopulistischen Bewegungen dieser Welt machten da eine Rückwärtsbewegung. Da heiße es dann, dass so ein sexistisches Verhalten ganz natürlich sei. Die Gesellschaft rede Männern auch immer noch ein, dass Frauen so angesprochen werden wollen.

"Diese Anbagger-Methoden kriegt man in jeder romantischen Komödie noch verkauft als 'Die Frauen wollen das ja nicht anders.'"
Anne Wizorek, feministische Bloggerin

Es bleibe aber wichtig, immer wieder klar zu machen, dass so ein Umgang nicht in Ordnung sei und da würden auch solche Projekte wie dieses auf Instagram helfen, sagt Wizorek. Noa mache mit ihren Selfies nämlich öffentlich deutlich, dass diese Männer für die Belästigungen verantwortlich sind.

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