Seit einer Woche ist Angela Merkel bei Instagram. Unter @Bundeskanzlerin gibt sie Einblicke in ihre politische Arbeit. Mit einer Sache hat das Social-Media-Team von Angela Merkel nicht gerechnet: Dass russische Trolle unter den Angie-Fotos Wladimir Putin abfeiern.

2,419 Likes, 18 Comments - Angela Merkel (@bundeskanzlerin) on Instagram: "Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mitarbeiter treffen zu Beginn des #G7-Gipfels auf Schloss Elmau..."
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mitarbeiter treffen zu Beginn des #G7-Gipfels auf Schloss Elmau ein. 07/06/2015

Knapp 40.000 Follower hat Angela Merkel mittlerweile und ein ziemlich großes Problem: Russische Trolle - und zwar so viele, dass die Bundesregierung kyrillische Kommentare auf @bundeskanzlerin mittlerweile gesperrt hat. Mit dieser Form der Zensur geht die Bundesregierung recht offensiv um, sagt Martina Schulte. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat eine Sprecherin der Bundesregierung verkündet, das Angebot der Bundesregierung sei grundsätzlich deutschsprachig. "Im Interesse der Lesbarbeit werden darum Kommentare in anderen Sprachen, abgesehen von Englisch, gelöscht."

Russische Propaganda

Martina Schulte findet das verständlich. Schon unter dem ersten Foto, dass Angela Merkels Social-Media-Team gepostet hatte, standen Sprüche wie: "Russe ergeben sich nicht." "Russland wird nie besiegt werden." "Ruhm und Ehre den sowjetischen Soldaten."

Auf dem Account waren aber nicht nur Russen unterwegs sondern auch Ukrainer, die sich mit den Russen einen Schlagabtausch geliefert haben. Mittlerweile kommt das Social-Media-Team der Kanzlerin kaum noch hinterher die Kommentare zu löschen.

"Die tragen dort ihren eigenen Ukrainekonflikt aus."
Martina Schulte

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung geht übrigens davon aus, dass Trolle hinter den ganzen Kommentaren stecken. "Einfach weil das so eine plötzliche Flut von Kommentaren war und weil viele der Kommentare nur aus einem einzigen Nutzernamen bestehen."

Trollfabrik in Sankt Petersburg

In Sankt Petersburg gibt es übrigens eine Trollfabrik, in der bezahlte Angestellte mit Propagandaposts westliche Social-Media-Accounts attackieren. Einem Bericht der New York Times zufolge beschäftigt die russische Regierung tausende Trolle, die dafür rund 800 Euro im Monat bekommen.