Jeden Tag landen auf Instagram 80 Millionen neue Fotos. Inzwischen wird mit diesen Fotos aber auch viel Schmu betrieben: Unternehmen schnappen sich die Bilder und machen Werbung damit. Ohne Rücksicht auf Urheberrechte und Privatsphäre der User.

Der Facebook-Konzern feiert: Gerade erst hat sein Foto-Netzwerk Instagram die 400-Millionen-User-Grenze geknackt. So viele Nutzer machen die Seite auch für Werbekunden interessant - und die neigen inzwischen dazu, die geposteten User-Fotos für ihre eigenen Werbe-Zwecke zu missbrauchen. Das ist nicht nur unfair und ein Verstoß gegen Urheberrechte, sondern lässt auch den Privatsphären-Alarm laut schrillen.

Der Kunde wird zur Werbefigur

Vor allem in den USA sind Fotogalerien bei Mode-Firmen beliebt, in denen Kunden die entsprechenden Klamotten oder Schuhe tragen. "Das hat für die Unternehmen natürlich große Vorteile", erklärt DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll. "Sie zahlen dafür meistens nichts, und die Fotos wirken häufig sogar überzeugender als gestylte Werbe-Aufnahmen." Offenbar ist der Kunde so von dem Produkt überzeigt, dass er davon sogar ein Foto ins Netz stellt. So wird der Kunde zur überzeugenderen Werbefigur als ein Schauspieler oder irgendein Promi.

"Dagegen kann man natürlich juristisch vorgehen. Man hat ganz klar die Rechte am eigenen Bild - oder am Bild des eigenen Kindes."
DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll über den Bilder-Klau auf Instagram

Legal ist das nicht. Kein Unternehmen darf einfach aus dem Instagram-Foto-Stream Bilder nehmen und sie selbst veröffentlichen. "Regelmäßig wird zwar in den Foto-Kommentaren nach einer Erlaubnis gefragt, aber wenn die dann nicht kommt, erscheint das Bild bisweilen trotzdem", berichtet Andreas Noll.

Super Werbung für die Unternehmen

Viele User machen es den Unternehmen aber auch ziemlich einfach, ihre Fotos überhaupt im Netz zu finden, indem sie ihre Fotos mit entsprechenden Hashtags versehen: stylishe Fotos, mit glücklichen Erwachsenen und süßen Kindern, echte Markenfans. "Da muss man sich natürlich nicht wundern, wenn die Unternehmen hier Schaum vor dem Mund bekommen und so etwas gerne auf ihren Seiten für PR-Zwecke verwenden wollen", sagt Andreas Noll. An der rechtlichen Seite ändert das allerdings überhaupt nichts.

51 Likes, 1 Comments - ➰𝕎𝕒𝕪ℙ𝕣𝕚𝕞𝕒𝕕𝕠𝕟𝕟𝕒〰️ (@zenbeeni) on Instagram: "Oops! Forgot to post this earlier... #ForwardFolding #onthefarm. My #mini wanted to help. 💕 Day..."
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Sheeren Way ist eine Instagram-Userin, deren Fotos von Unternehmen aufgegriffen worden sind. Ihre Geschichte und die Hintergründe erzählt die New York Times.

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