Wenn Influencer sich für eine gute Sache einsetzen, hagelt es oft noch mehr Kritik als sonst. In Ab 21 besprechen wir mit Model Marie Nasemann und einer Psychologin, wieso das so ist.

Instagrammerin Marie Nasemann ist eigentlich Model, setzt sich seit geraumer Zeit aber auch für nachhaltige Fashion ein. Sie möchte ihre Follower zum Beispiel verstärkt über Kleidungsproduktion informieren und dafür auch werben.

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Dafür bekommt sie aber nicht nur positives Feedback, wie das Model im Ab21-Podcast erzählt. Marie beobachtet: Menschen, die auf Instagram über Nachhaltigkeit sprechen, werden wegen Fehlern öfter kritisiert als konsumorientierte Influencer, die auf Instagram immer noch überwiegen.

Wieviel Engagement halten wir auf Instagram aus?

Trotzdem ist Instagram schon lange nicht mehr nur eine Plattform für schöne Bilder – Viele Menschen nutzen das Medium auch, um Follower über ihr Engagement zu informieren. Manche User fühlen sich dadurch moralisch unterlegen, sagt Psychologin Franziska Koletzki-Lauter. Mit ihrer Kritik an den "Sinnfluencern", die oft argumentativ nicht ganz durchdacht sei, würden sie letztlich meist unbewusst vom eigenen Verhalten ablenken wollen.

Fakten zu Vorbildern und Social Media

  • In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research im Jahr 2019 wussten 95 Prozent der Befragten, was Influencer sind. Nur 19 Prozent haben bereits ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers gekauft.
  • Zu perfekt dürfen Vorbilder nicht sein. Forschende der Stanford University haben herausgefunden, dass etwa übergewichtige Patienten den Rat ihres Arztes nicht wahrnehmen, wenn sie diesen als fitnessbegeistert wahrnehmen.
  • Eine Untersuchung der Malisa-Stiftung hat herausgefunden, dass Mädchen, die bestimmten Influencerinnen folgen, verstärkt ihre eigenen Bilder bearbeiten. Ästhetische Selbstoptimierung ist laut der Studie eine Folge von Influencer-Vorbildern.
  • Laut einer Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft aus dem Jahr 2017 nutzen User die von Influencern verbreiteten Informationen vor allem, weil sie sich persönlich angesprochen fühlen (29 Prozent), Produkt-Entscheidungen ihnen dadurch einfacher fallen (28 Prozent) und sie einen Eindruck von Transparenz in Sachen Vor- und Nachteilen eines Produkts (28 Prozent) erhalten.