Was machen eigentlich Geheimdienstmitarbeiter, wenn sie Gewissensbisse bekommen? Wenn sie feststellen: mit meiner Arbeit verstoße ich gegen die Grundrechte und irgendwie kann das nicht richtig sein. Einfach kündigen? Schwierig, wenn der Arbeitgeber eh schon alles über einen weiß.

Geheimdienste überwachen nicht nur jeden Schritt, den wir so im Netz machen. Die eigenen Mitarbeiter werden selbstverständlich genau so intensiv überwacht. Genau das macht es natürlich schwierig, sich nach einem neuen Job umzusehen, wenn man plötzlich merkt: ich steh nicht mehr hinter den Methoden meines Arbeitgebers. Hier setzt die Kampagne Intelexit an.

Im Vordergrund der Kampagne steht aber nicht die Kündigung. Intelexit will aufklären. Darüber, dass es auch ein Leben nach dem Geheimdienst geben kann. Und wie eine Auseinandersetzung stattfinden kann, wenn man irgendwann das Gefühl hat: da läuft was schief, so will ich nicht arbeiten.

Prominente Unterstützung

Dass ein Ausstieg durchaus gelingen kann, zeigen prominente Unterstützer der Kampagne. Thomas Drake zum Beispiel, ehemaliger Mitarbeiter der NSA und Whistleblower. Der hat irgendwann festgestellt: was seine Chefs da machen ist schlicht verfassungswidrig.

"Warum nehmen wir Equipment zur Auslandsüberwachung, um unsere eigenen Netzwerke in den USA zu überwachen?"
Thomas Drake, Ex-NSA-Mitarbeiter und Whistleblower

Natürlich weiß auch Intelexit, dass Geheimdienstler nicht einfach so im Netz rumsurfen und nach Kündigungsmöglichkeiten suchen können. Deshalb gibt es die Intelexit-Seite auch im Darknet. Außerdem verteilen die Macher von Intelexit Flyer vor den Büros der Geheimdienste, um Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen, dass es sie gibt.

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