Kinderarbeit nimmt zu. Ein Grund dafür ist der Klimawandel. Die extreme Trockenheit in der Sahelzone Afrikas, verstärkt die Armut. Darum sind die dort Familien aufs Einkommen der Kinder angewiesen, um zu überleben. 

Antje Ruhmann arbeitet für die Hilfsorganisation Terre des Hommes. Die Organisation hat festgestellt, dass der Klimawandel eine direkte Auswirkung auf Kinderarbeit hat. "Wir haben in fünf Ländern die Situation untersucht und zum Beispiel in der Sahelzone festgestellt, dass die große Dürre die Armut der Familien verschärft", sagt Antje Ruhmann. Kinder müssen arbeiten gehen, um zum Familieneinkommen beitragen. 

In Burkina Faso hat die Dürre dazu geführt, dass die Kinder mit ihren Familien in reichere Regionen abwandern mussten. Dort gibt es Goldminen und Kinder sind begehrte Arbeitskräfte. Weil sie so klein sind, passen sie besser in die engen Schächte.

Weltweit arbeiten schätzungsweise 168 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, 85 Millionen von ihnen unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen, sagt Antje Ruhmann. Dass sie in Goldminen arbeiten ist allerdings eher selten, viel häufiger sind Kinder in der Landwirtschaft tätig. Es gibt aber auch Kinderarbeit im Dienstleistungsbereich, in der Exportindustrie, in der Textilindustrie und in Produktionsstätten globaler Konzerne.

Mittel gegen Kinderarbeit

Für Terre des Hommes gibt es eigentlich nur ein Mittel gegen Kinderarbeit: Bildung. Wichtig ist auch, dass Familien ein sicheres Einkommen haben und sozial abgesichert sind. Darum bekämpfen Hilfsorganisationen nicht nur Kinderarbeit sondern verbessern auch die wirtschaftliche Situation von Familien. Manchmal sei es darum auch nötig, leichte Formen von Kinderarbeit zu akzeptieren, sagt Antje Ruhmann. Kurzfristig können Kinder das Einkommen von Familien verbessern - und damit langfristig ihre eigene die Perspektive.  Terre des Homme versucht darum, vor allem die gefährliche und ausbeuterische Arbeit von Kindern abzuschaffen. "Also die Form, die den Kindern in ihrer Entwicklung und ihrer Gesundheit schaden. Diesen Kindern wollen wir Schulbesuche möglich machen", sagt Antje Ruhmann. 

"Der Schlüssel im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit ist eigentlich immer Bildung. Kinder müssen einen Schulabschluss erwerben, um sich bessere Einkommensoptionen zu ermöglichen. Parallel ist es wichtig, dass man die Gesamtsituation der Familie verbessert."
Antje Ruhmann, Referentin Kinderrechte bei Terre des Hommes

Kinderarbeit wird zunehmen

Trotzdem rechnen Organisationen wie Terre des Homme in Zukunft mit einem Anstieg der arbeitenden Kinder weltweit. Ein Grund dafür ist der Klimawandel, ein anderer sind die Flüchtlingsströme. Zurzeit sind so viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor. Und gerade Flüchtlingsfamilien sind häufig auf ein zusätzliches Einkommen angewiesen - das der Kinder. 

"Viele von ihnen werden dazu gezwungen, weil sie den Schleusern, die sie ins Land gebracht haben, Geld schulden. Oder weil sie Familienmitgliedern helfen sollen, die noch im Heimatland sind."
Antje Ruhmann, Referentin Kinderrechte bei Terre des Hommes

Kinderarbeit in Deutschland

Kinderarbeit gibt es aber nicht nur weit weg. Auch hier in Deutschland müssen Kinder manchmal arbeiten. Manche handeln mit Drogen, andere werden zur Prostitution oder zum Betteln gezwungen.