Wenn ihr zu Hause DSL oder noch schnelleres Internet habt, dann verwendet ihr wahrscheinlich einen Router, der euren Rechner mit dem Netz verbindet. Und wer den Anbieter wechselt, muss bislang auch den Router austauschen. Genau damit ist bald Schluss. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen.

Bisher läuft es so: Wer bei Vodafone oder Unity Media oder anderen Netzprovidern einen Vertrag abschließt, bekommt einen Router dazu, den er nutzen muss. Im besten Fall habt ihr alles, was ihr braucht, kostenlos von eurem Anbieter bekommen, also dieses Kästchen mit Anschlüssen für Netzkabel und WLAN-Funktion. Wenn ihr allerdings Pech hattet, dann habt ihr für einen Router draufgezahlt. Selbst dann, wenn noch ein Router eures alten Anbieters bei euch rumsteht. Damit ist ab 2016 Schluss. Die neue Regelung sagt: Jeder darf sich aussuchen, welchen Router er nutzen möchte.

"Die neue Regelung sagt, jeder darf sich aussuchen, welchen Router er nutzen möchte."
Konstantin Zurawski, Netzautor

Das Problem: Bisher ist das nicht möglich, weil die Provider die Zugangsdaten nicht immer herausrücken. Wer seinen eigenen Router verwenden will, braucht diese Daten aber. Andernfalls bleibt der Zugang ins Internet versperrt. Und bei den Routern der Provider, den sogenannten Zwangsroutern, ist alles schon vorkonfiguriert, die Daten wurden also schon eingegeben.

"Alle Provider müssen die Daten für den Router herausgeben - und zwar kostenfrei."
Konstantin Zurawski, Netzautor

Einzelne Anbieter handhaben die Sache mit den Daten ganz unterschiedlich. Manche Provider veröffentlichen die Daten jetzt schon - ihr müsst nur wissen, wo sie stehen. Bei anderen Anbietern könnt ihr anrufen und nachfragen. Und dann gibt es noch Unternehmen, die die Daten überhaupt nicht rausrücken.

Fazit

Für alle, denen das Thema Router egal ist, für den wird sich nichts ändern. Für alle anderen gilt: Ab 2016, wenn das Gesetz in Kraft tritt, müssen Internetprovider die Router-Daten herausgeben, und zwar ohne dafür Geld zu kassieren. Wer also den Anbieter wechselt, braucht nicht mehr zwingend einen neuen Router. Außerdem dürfte sich die Sicherheit erhöhen, prognostiziert Netzautor Konstantin Zurawski, denn die "Zwangsrouter" hätten gelegentlich auch Sicherheitslücken.