"Das globale, überall gleiche, offene Internet steht vor dem Ende", schreibt der IT-Sicherheitsforscher Sandro Gaycken in einem Artikel auf Süddeutsche Online. Gaycken belegt seine These unter anderem mit der Überwachung in scheinbar freiheitlichen Staaten. Außerdem verweist er auf jüngste Entwicklungen wie das Twitter-Verbot, für das der türkische Ministerpräsident Erdogan verantwortlich ist.

Überwachung im Netz ist keine Besonderheit: Unsere Postfächer werden durchschnüffelt, in China ist die Zensur des Netzes eine Selbstverständlichkeit, die Türkei hat auch kein freies Internet. Dieses Problem hat der IT-Sicherheitsforscher Sandro Gaycken untersucht. Seine These: "Das globale, überall gleiche, offene Internet steht vor dem Ende."

Gaycken: "Es gibt fünf Internets"

Gaycken ist der Meinung, dass es nicht nur ein Internet gibt. Denn da der Einfluss von Politik und Wirtschaft auf das Netz weltweit unterschiedlich ausgeprägt sei, spricht Gaycken von verschiedenen "Internets":

  1. Internet der Realpolitik
  2. Internet der totalen Kontrolle
  3. Internet der betreuten Freiheit
  4. Internet der natürlichen Freiheit
  5. Internet der echten Freiheit

Die Botschaft dahinter: Ein weitgehend freies Internet, wie wir es in Deutschland haben, ist keine Selbstverständlichkeit, es ist nur eine von fünf Ausprägungen des Netzes.

"Das freie Netz wird eine Utopie bleiben, es wird in Ideologien zersplittern, die stärker an Machtfraktionen, an Territorien und an deren politische und kulturelle Kontexte gebunden sind."