Damit wir auf dem Smartphone oder Laptop Apps und Webseiten einwandfrei öffnen können, muss die Technik im Hintergrund laufen. Bei Hitze gehen selbst Serverzentren und Verteilerkästen bisweilen in die Knie.

Die Internetinfrastruktur leidet unter extremen Temperaturen – Kühlsysteme von Rechenzentren sind teilweise überfordert. In England mussten Google und Oracle bereits Router abstellen. Das führte teilweise zu Ausfällen, zum Beispiel in der Google-Cloud.

Dabei wurde die maximale Kühlleistung in den vergangenen Jahren dem Wetter angepasst. Etwa Anfang der 2000er-Jahre galt 35 Grad als maximale Außentemperatur, die die technische Infrastruktur verträgt. Die heutigen Kühlsysteme sind bereits auf mehr als 45 Grad ausgelegt.

"Zwei Kilowatt entspricht etwa dem Verbrauch, wie wenn jemand seine Wohnung zwei Stunden lang mit einem 1000-kW-Staubsauger saugt.“
Martina Schulte Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bis zu 1000 Serverschränke stehen in einem Rechenzentrum dicht nebeneinander. Jeder Server habe etwa eine Leistung von zwei Kilowatt (kW), sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte.

Und das entspricht dem Verbrauch von nur einem Schrank. Eine der weltweit größten Serverfarmen befindet sich in Frankfurt am Main. Auf einer Fläche von 600.000 Quadratmetern stehen dort hunderte Server. Dabei entsteht so viel Wärme, dass knapp ein Viertel der Energie ausschließlich für die Kühlung verbraucht wird.

16 Milliarden kW-Stunden Stromverbrauch 2020

2020 haben die deutschen Rechenzentren zusammengerechnet 16 Milliarden kW-Stunden Strom verbraucht. Unter normalen Temperaturbedingungen fließen davon bereits vier Milliarden in die Kühlung. Wenn es zu heiß wird oder Kühlgeräte ausfallen, schaltet sich das ganze Rechenzentrum ab.

Aber nicht nur in den Rechenzentren wirken sich die steigenden Temperaturen aus. Andere Teile der Netzinfrastruktur wie Verteilerkästen können ebenfalls ausfallen und so das Netz vorübergehend lahmlegen. Beispielsweise funktionierte ein Verteilerkasten in Hessen wegen der Hitze nicht mehr.

Zwischenzeitlich schützten Anwohner*innen ihn deswegen mit einem Schirm vor der Sonne, damit sie weiter ins Internet kamen.