War alles umsonst? Das fragen sich zurzeit US-Veteranen, die im Irak stationiert waren. Obwohl die Veteranen ein hohes Ansehen in den USA genießen, fühlen sich viele von ihnen zurzeit eher wie Helden auf der Resterampe.

US-Soldaten haben im Irak ihr Leben riskiert. Meist waren sie in dem Glauben, dass sie für eine gute Sache kämpfen, viele haben schwere Verletzungen davon getragen. Nun müssen sie aber erkennen, dass ihr Einsatz nicht nur nichts gebracht hat, womöglich trägt er auch die Schuld an der aktuellen Entwicklung: Der Irak steckt in einem Bürgerkrieg, die Terrorgruppe Isis bekämpft das irakische Militär. Eben das Militär, dass die US-Soldaten jahrelang mit viel Mühe und Geld trainiert haben. "Wir haben unser Herz und unsere Seele gegeben", sagt ein Veteran.

"Die Flucht der irakischen Armee, die sie jahrelang ausgebildet haben, sorgt für Fassungslosigkeit bei den US-Veteranen."
Martin Ganslmeier, Korrespondent in Washington

Die Irak-Veteranen werden in den USA respektiert, auf ihre Meinung wird viel gegeben. "Egal ob sie aus dem Irak oder aus Afghanistan heimkehren, Soldaten sind in den USA Helden", sagt Washington-Korrespondent Martin Ganslmeier. Trotzdem fühlen sich viele von ihnen zurzeit eher wie Helden auf der Resterampe. Denn ihre medizinische Versorgung ist alles andere als gut - teilweise müssen sie jahrelang auf eine Behandlung warten. Dieser Skandal sollte vertuscht werden, kam aber doch ans Licht - der Veteranenminister musste zurücktreten