Er gilt als ein einer der einflussreichsten IS-Propagandisten auf Twitter. 17.700 Follower hat @ShamiWitness, im Monat kam er auf zwei Millionen Views. Sein Ziel: Nachwuchs-Dschihadisten aus dem Westen für IS mobilisieren. Nun ist der Mann hinter @ShamiWitness festgenommen worden.

Der Mann hinter dem Proganda-Account @shamiwittness heißt Mehdi B. Er ist 24 Jahre alt, stammt aus dem indischen Bangalore und er arbeitet dort als leitender Angestellter für das West Bengal State Electricity Board. Ein ziemlich normaler Typ also. Mehdi ist kein praktizierender IS-Kämpfer, sondern ein Schreibtisch-Dschihadist, der im Netz Propaganda für den IS macht, ohne selbst in den Heiligen Krieg zu ziehen. Der britische Sender Channel 4 hat das aufgedeckt.

Ein ganz normaler Schreibtisch-Dschihadist

Mehdi soll im Verhör mit der indischen Polizei gesagt haben, die indischen Muslime seien unfähig, in den Dschihad zu ziehen. Deswegen habe er sich für den Kampf von Muslimen in anderen Ländern interessiert. Auch wäre er selbst in den Dschihad gezogen, konnte dies aber nicht, weil er für seine Familie finanziell sorgen musste.

"Seine Follower schreien bei Twitter Zeter und Mordio und fordern seine Freilassung, die kurdischen Kämpfer feiern seine Verhaftung, verhöhnen ihn als 'Pussy' und zu feige, selbst in den Krieg zu ziehen."
Martina Schulte, DRadio-Wissen-Reporterin

Nach der Verhaftung von Mehdi sind einige andere große Pro-IS-Accounts auf Twitter vom Netz gegangen. Freudenfeiern über einen harten Schlag gegen die IS-Propaganda seien allerdings verfrüht, sagt DRadio-Wissen-Reporterin Martina Schulte. Betroffen ist nur der englischsprachige Twitter-Dschihad: "Im arabisch-sprachigen Netz geht es munter weiter."