Islamische Beerdigungsregeln und deutsches Bestattungsgesetz - das ging lange Zeit nicht zusammen. Jetzt wurden Gesetze angepasst. Und in Wuppertal entsteht ein neuer muslimischer Friedhof.

Seit Oktober 2014 gilt das deutsche Bestattungsgesetz - und das hat für die muslimische Bestattungskultur einiges erleichtert. Es gibt viele Faktoren, die Konfliktpotenzial bieten. Aus bürokratischen Gründen kann der Tote in Deutschland oft nicht innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. In manchen Bundesländern besteht auch eine Sargpflicht. Im Islam werden Verstorbene dagegen in ein Tuch eingewickelt begraben. In Nordrhein-Westfalen ist eine sarglose Bestattung inzwischen möglich, das gilt aber nicht für alle Bundesländer.

"Im Islam gibt es das Zeitgebot, die Bestattung muss relativ schnell verlaufen. Man spricht von einem Richtwert von circa 24 Stunden. Das ist in Deutschland schon allein bürokratisch nicht möglich."
Hicham El Founti, Muslimischer Bestatter

Neuer Friedhof mit Ewigkeitsgräbern

Wenn ein Nicht-Muslim auf eine islamische Beerdigung eingeladen wird, sollte er darauf achten, keine großen Blumengestecke oder Kränze mitzubringen. Die islamische Bestattung ist insgesamt sehr schlicht und einfach gehalten. Es werden Gebete gesprochen, die Gräber sind nach Mekka ausgerichtet. In Wuppertal entsteht ein muslimischer Friedhof mit Ewigkeitsgräbern. Das bedeutet, nur eine Person darf an einer bestimmten Stelle bestattet werden. Selbst nach Jahrzehnten darf in diesem Grab keine andere Leiche beerdigt werden. Auf christlichen Friedhöfen ist das möglich, die islamische Tradition erlaubt das nicht.

Heimat ist da, wo die Ahnen begraben liegen

Es gibt viele Muslime, die sich in ihrer Heimat begraben lassen wollen, um ihren Verwandten nahe zu sein. Doch das kann sich in den nächsten Jahren ändern, wenn in Zukunft Menschen beerdigt werden, die in Deutschland aufgewachsen sind. Sie fühlen sich möglicherweise hier verwurzelt und werden es wohl vorziehen, hier bestattet zu werden.