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Weit hatten es die Vulkantouristen nicht, um in die Nähe der orange glühenden Lava zu kommen und dort ihre Selfies zu machen. Denn der Fagradalsfjall, der kürzlich ausgebrochen ist, befindet sich nur knapp 30 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Reykjavik. Seitdem lockt er Forschende, aber auch einheimische Touristen an - für Wahnsinnsselfies und zum Grillen.

Im weit entfernten Potsdam sitzt Vulkanologe Thomas Walther und schaut sich das Spektakel per Webcam an. So wirklich verstehen, wieso die Menschen so nah an den Feuer speienden Berg herandürfen, kann er nicht.

Kleine Explosionen - bei einem Vulkan völlig normal

Aber immerhin: Laut Thomas Walther bewegen sich die Vulkanfans recht klug um den Lavastrom herum. "Sie befinden sich alle nur auf der windzugewandten Seite und in den Regionen, wo die Lava abgekühlt, also schon schwarz ist."

"Frische" Lava ist über eintausend Grad heiß, außerdem entstehen um die Eruptionsstelle lebensgefährliche Gase, manchmal auch kleine Explosionen. Die könne kein Vulkanologe vorhersagen, warnt Thomas Walther.

Normalerweise beobachten auch Experten aus der Ferne

Die Lava des Fagradalsfjall habe sich inzwischen auf rund einem Quadratkilometer ausgebreitet. Die Temperatur der Lava, über der die Menschen also ihre Marshmallows und Würstchen grillen, liege "nur noch" bei durchschnittlich 600 Grad.

"Zwar ist die Lava inzwischen deutlich kühler als Nicht-Experte sollte man aber überhaupt nicht so nahe a einen eruptierenden Vulkan herantreten."
Vulkanologe Thomas Walther über die Vulkantouristen auf Island

Insgesamt gibt es für Thomas Walther keinen Grund, bis auf einen Meter an einen ausbrechenden Vulkan heranzutreten – auch nicht für Forschende. Denn Aufnahmen und Daten sammle man inzwischen aus der Ferne mithilfe von Sensoren und Wärmebildkameras.

"Ich erwarte auch, dass der Zugang zum Vulkan für die normale Bevölkerung bald eher schwierig wird."
Vulkanologe Thomas Walther über die Vulkantouristen auf Island

Wer als Nicht-Forschender aber trotzdem mal ganz nah an einen Vulkan ran möchte, kann das mit ausgebildeten Guides machen. Auch für die Touris auf Island wird der Spaß sicher bald vorbei sein, mutmaßt der Vulkanologe aus Potsdam. Denn Vulkane sind und bleiben unberechenbar.