Wer sich mit dem Coronavirus ansteckt, muss nach den aktuellen Bestimmungen mindestens sieben Tage in die Isolation. In einer WG ist das nicht immer leicht umzusetzen. Neben Miete teilt man auch Bad und Küche.

Dass eine Corona-Infektion innerhalb einer Wohngemeinschaft nicht unbedingt weitergegeben werden muss, erklärt Peter Walger, Arzt mit dem Schwerpunkt Infektionsprävention.

Laut seiner Einschätzung lässt sich die Weitergabe der stark verbreiteten Omikron-Variante selbst bei der Nutzung des gleichen Badezimmers recht gut vermeiden.

Beim regelmäßigen Lüften verschwinden Viren aus den Räumen

Peter Walger Portraitfoto
© Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.
Peter Walger ist Arzt mit dem Schwerpunkt Infektionsprävention

Wenn das Fenster zehn Minuten geöffnet ist, nachdem der Mitbewohner oder die Mitbewohnerin im Bad war, sind keine ansteckenden Viren mehr im Raum. Die nächste Person sollte das Zimmer jedenfalls nicht unmittelbar danach betreten, rät der Arzt.

Peter Walger fasst zusammen, dass eine Ansteckung über das Bad unwahrscheinlich ist, da man es nur selten zur gleichen Zeit betritt.

"Die Ansteckung in einem WG-Bad ist nicht kritisch."
Peter Walger, Arzt mit dem Schwerpunkt Infektionsprävention

Dass sich der unmittelbare Kontakt mit einem infizierten WG-Mitglied manchmal nicht vermeiden lässt, liegt auf der Hand. In dem Fall ist eine Mundspülung aus der Drogerie hilfreich. Laut Walger senke sie die Viruslast im Rachen für etwa eine Stunde.

Mundwasser aus der Drogerie, Regelmäßig testen

Durch die Mundspülung wird die Ansteckungsgefahr zumindest verringert, argumentiert der Arzt mit dem Schwerpunkt Infektionsprävention. Auch regelmäßige Tests sind wichtig, um Mitmenschen vor der Weitergabe des Virus zu schützen. Wenn ihr in einer Wohngemeinschaft in Isolation lebt, solltet ihr mindestens alle zwei Tage einen Schnelltest machen.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Maximilian Brose sagt, dass man gute Tests zum Beispiel über die Seite Schnelltest-Test findet.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Corona gibt es nicht. Einer Ansteckung beugt man mit den bekannten Maßnahmen vor: Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz tragen, regelmäßig Hände waschen, lüften sowie einer doppelten beziehungsweise dreifachen Impfung.

Peter Walger weist noch mal darauf hin, dass Corona-erkrankte Menschen mit einer Booster-Impfung seltener als ungeimpfte Menschen einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Wenn du hören möchtest, wie Reporter Maximilian Brose es geschafft hat, mit einem Corona-Erkrankten zusammen in einer WG zu leben, ohne sich zu infizieren, klick oben auf den Play-Button.

  • Moderatorin:  Anke van de Weyer
  • Gesprächspartner:  Maximilian Brose, Deutschlandfunk Nova