Es ist nur ein Symbol, dass eine Delegation von Israel per Direktflug in die Vereinigten Arabischen Emirate fliegt – es könnte aber der Anfang einer Annäherung sein.

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (zwischen den beiden Ländern liegt Saudi-Arabien) waren bis vor kurzem noch offiziell Feinde. Deshalb bekommt ein Flug eine große Bedeutung: Für heute (31.08.) wird der erste kommerzielle Direktflug von Israel in die Vereinigte Arabische Emirate (VAE) erwartet.

Vom Regelbetrieb ist der Flug aber weit entfernt. An Bord sind ausschließlich hochrangige Politiker, unter anderem Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Das Flugzeug ist außen mit dem Begriff ″Frieden″ in verschiedenen Sprachen versehen″. ″Otto-Normal-Verbraucher könnte da nicht mitfliegen″, sagt Tim Aßmann, Korrespodent für Israel. Es geht um Symbolik.

Israel verzichtet auf Annexion

Der Flug ist Start von Verhandlungen zwischen den beiden Ländern. Das Ziel: Der dritte Friedensvertrag, den Israel mit einem arabischen Land hätte – neben Jordanien und Ägypten.

Was Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate zu bieten haben:

  • Die Emirate bieten an, einen Friedensvertrag zu unterschreiben, obwohl es keinen palästinensischen Staat gibt. Letzteres gilt unter anderen arabischen Ländern als Bedingung für einen Friedensvertrag. "Die Emirate scheren damit aus", sagt Tim Aßmann. Israel hofft, dass das für andere Länder zum Vorbild werden könnte.
  • Israel ist im Gegenzug bereit, vorerst auf die Annexion palästinensischer Gebiete zu verzichten.

Sollte es zu einem Friedensvertrag kommen, steigen die Chancen, dass die Länder davon wirtschaftlich profitieren. "Doch eine Lösung für den Kernkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern bringt er nicht", sagt Tim Aßmann.

Die Vereinigen Arabischen Emirate könnten noch auf einem weiteren Weg von den Verhandlungen profitieren. Sie wollen in den USA Waffen kaufen – was bisher am Widerstand Israels scheiterte, der womöglich dann aufgegeben würde.

Die Rolle der USA

Die USA spielen bei den Verhandlungen eine wichtige Rolle. Sie wollen Waffen verkaufen, das Bündnis Israel/VAE stärken, weil sie wie die USA beide den Iran als politischen Feind haben, und generell als Vermittler und wichtiger Akteur wahrgenommen werden. "Donald Trump betreibt seit Beginn seiner Präsidentschaft intensive Nahost-Diplomatie", sagt Korrespondent Tim Aßmann. "Er möchte seine außenpolitische Bilanz in dieser Region aufpolieren."

Das Bild zeigt ein Gebäude in Tel Aviv, dessen Fenster so beleuchtet sind, dass sie die Nationalflagge der Vereinigten Arabischen Emirate ergeben.