Ian Fleming, der Autor der James-Bond-Romane war selber eine zeitlang Agent in der britischen Marine und konnte später aus eigenen Erfahrungen schöpfen. Vor allem bei den letzten Bond-Filmen mit Daniel Craig haben die Macher wieder vermehrt auf die Vorlagen von Ian Fleming zurückgegriffen, sagt Jean-Christoph Caron, der eine Dokumentation darüber gedreht hat.

Jean-Christoph Caron ist Leiter der Redaktion "Dokumentationen" beim Sender Phoenix und Autor einer dreiteiligen Animations-Doku über den James-Bond-Autor Ian Fleming. Caron erzählt, dass Fleming als Schriftsteller nicht nur aus seinen Erfahrungen als ehemaliger Geheimdienst-Mitarbeiter schöpfen konnte, sondern auch aus seiner Tätigkeit als Journalist: "Er hat nach dem Krieg als Journalist für die Sunday Times gearbeitet und wusste sehr gut, was die Leute interessiert und wie man spannend schreibt."

"Viele Gadgets und ikonische Elemente stammen aus den Erfahrungen des Bond-Erfinders, als er während des Zweiten Weltkriegs im britischen Marine-Geheimdienst war."
Jean-Christoph Caron, Autor einer dreiteiligen Dokumentation über den Bond-Autor Ian Fleming

Bei den Bösewichten für seine Romane habe er eine Art Cocktail aus verschiedenen real existierenden Persönlichkeiten gemischt. "Er hat in den Bond-Schurken oft mehrere historische Vorbilder angerührt", sagt Jean-Christoph Caron. Die Figur des Ernst Stavro Blofeld sei zum Beispiel stark durch die Erfahrungen mit Hitler-Deutschland geprägt worden.

Federhalter mit Tränengas

Ian Fleming war Teil eines Sonderkommandos, das geheime Informationen in Deutschland beschaffen sollte. Die Agenten des Kommandos hatten damals Uhren mit integriertem Kompass und Federhalter mit Zyanit oder Tränengas, berichtet Jean-Christoph Caron: "Es gab mehrere echte Waffenmeister, die Ian Fleming persönlich ansprechen konnte, um sein Marine-Sonderkommando mit solchen Miniaturwaffen und Gadgets ausstatten zu lassen."

"Damals gab es noch Pfeifen. Da hat man in die Pfeifen eine Landkarte – eine militärische Karte von der Normandie – mit deutschen Positionen reingesteckt."
Jean-Christoph Caron, Autor einer dreiteiligen Dokumentation über den Bond-Autor Ian Fleming

Insgesamt seien die Waffen-Gadgets, die während des Zweiten Weltkriegs – sowohl auf britischer als auch auf sowjetischer Seite – verwendet wurden, noch viel verrückter gewesen als das, was wir aus den James-Bond-Filmen kennen, sagt Jean-Christoph Caron.

Wenn ihr noch mehr über historische Vorbilder für die Bond-Filme wissen möchtet – zum Beispiel auch über die echten Bondgirls – dann klickt auf den Play-Button und hört Euch das gesamte Audio an. Die drei Filme #001: Das geheime Leben des James Bond, #002: Wie James Bond begann und #003: James Bond an der Berliner Mauer sind in der ARD-Mediathek zu sehen.