Jan ist Lehrer und hat die Heimatländer seiner Schülerinnen und Schüler bereist. Ein Jahr lang war er unterwegs und hat vor allem eines: gelernt.

In der iranischen Hauptstadt Teheran gab es diese Begegnung. Mit einer jungen Frau aus Afghanistan. Sie spricht bestes Englisch und will Ärztin werden, doch im Iran darf sie keine offizielle Schule besuchen. "Sie hat mich gefragt, ob ich ihr nicht helfen kann, nach Deutschland zu kommen", erzählt Jan Kammann. "Da habe ich mich über mich geärgert, weil ich auf so eine Frage hätte vorbereitet sein müssen."

"Weltweite Migration hat viele Facetten, die wird bei uns in der Klasse abgebildet."
Lehrer Jan Kammann

In Hamburg unterrichtet Jan unter anderem internationale Vorbereitungsklassen. Dort sitzen Schülerinnen und Schüler, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind und nun Deutsch lernen müssen. Als eine Schülerin nach den Ferien in ihrer alten Heimat mal zwei Tage zu spät zum Unterricht gekommen ist - der Bus hätte so lange gebraucht -, trifft Jan eine Entscheidung.

Weltreise für seine Schülerinnen und Schüler

Er will erleben, was seine Schülerinnen und Schüler erleben – soweit das möglich ist. Also setzt er sich in einen Bus von Hamburg nach Sofia. 40 Stunden später ist er am Ziel, viel später als geplant. "Nach so einer Fahrt wäre ich am nächsten Morgen auch nicht zum Unterricht gegangen", sagt Jan.

"Ich wusste schon, dass ich privilegiert bin. Nach der Reise fühle ich mich noch privilegierter."
Jan Kammann

Bulgarien ist die Initialzündung. Jan beantragt eine Auszeit und macht sich auf die Reise in die Heimatländer seiner Schülerinnen und Schüler. "Dabei hatte ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich sie nicht auf ihre Heimat reduzieren wollte", sagt er. 15 Länder kommen zusammen, unter anderem Armenien, Polen, Kuba, Kolumbien, Südkorea und Russland.

In Eine Stunde Talk erzählt Jan, was er auf seinen Reisen erlebt hat, wie das seinen Unterricht verändert und warum er für Sibirien das richtige Format hat.

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