Jan Philipp Albrecht ist der Architekt der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Jetzt wird sie europaweit verbindlich. "Ich weiß nicht, ob ich das angegangen wäre, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt", sagt der Grünen-Europapolitiker.  

Schon vor zwei Jahren ist die Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten. Ab dem 25. Mai 2018 gilt sie nun in allen EU-Staaten verbindlich. Fortan können sich Firmen wie Facebook nicht mehr in einem Land mit schwächeren Datenschutz-Regeln ansiedeln. Das ist zumindest die Idee. Jeder EU-Bürger soll die Hoheit über seine Daten behalten. Wer Daten freigibt, muss genau wissen, wofür: "Das kann mir nicht mehr einfach mit irgendwelchen AGBs untergejubelt werden", sagt Jan Philipp Albrecht.

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Jan Philipp Albrecht war Berichterstatter im EU-Parlament für die EU-Datenschutzgrundverordnung. Ein Vermittler und Kommunikator, der versucht hat, das sensible Interessen-Netzwerk zusammenzuhalten. Verschiedene Interessen gab es genug: Fraktionen im Parlament, die Kommission und natürlich verschiedene Lobbygruppen. Wie kompliziert der jahrelange Weg war, zeigt die Doku "Democracy – im Rausch der Daten".

"Datenschutz muss ein Verkaufsfaktor werden. Das ist eine riesige Chance für Unternehmen."
​Jan Philipp Albrecht​, Grünen-Europapolitiker

Kritik an der Datenschutzgrundverordnung gibt es genug. Sie kommt zum Beispiel aus der Wirtschaft: Es gebe zu wenig Zeit, um sich auf die neuen Regeln einzustellen. Die neue Verordnung könne außerdem die Wirtschaft lähmen. Jan Philipp Albrecht sieht das anders: Gerade für Deutschland und die EU sei das eine Chance. Datenschutz müsse zum Aushängeschild werden.

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