Kunstfell, rot blinkende Augen und Roboter-Geheul: Künstliche Wölfe sollen auf der japanischen Insel Hokkaido Bären von Wohngebieten fern halten. Wie lange das gut gehen kann, haben wir eine Biologin gefragt.

Wirklich echt sieht er ja nicht aus, der Robo-Wolf. Aber das muss er auch gar nicht. Er muss nur das Fürchten lehren - und zwar Bären. Die sind in der letzten Zeit einer Wohnsiedlung in der japanischen Stadt Takikawa auf Hokkaido zu nahe gekommen. Vermutlich waren die Bären auf der Suche nach Nahrung. Die künstlichen Wölfe sollen sie nun vertreiben.

Der solarbetriebene Robo mit dem Namen "Super Monster Wolf" steht nicht nur dort, sondern auch an anderen Orten in Japan. Und er scheint zu funktionieren, jedenfalls seien in Takikawa keine Bären mehr aufgetaucht, wie der Guardian berichtet.

"Diese Methode kann sicherlich eine Weile gut gehen, aber ob das auf Dauer wirkt, das möchte ich doch bezweifeln."
Heike Lindemann, Biologin und stellvertretende Parkleiterin im Alternativen Bärenpark Worbis, Thüringen

Biologin Heike Lindemann vermutet, dass dieses Spiel nicht ewig funktionieren wird: Die Bären werden ihrer Meinung nach eher weniger durch die Wolfsattrappe, sondern vielmehr durch das Blinken der Augen und die lauten Geräusche abgeschreckt. Denn laute Geräusche mögen Bären nicht.

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"Bären haben auch nicht automatisch Angst vor Wölfen", so die Biologin. Ob ein Wolf einen Bären in freier Wildbahn verjagen könnte, käme auf den Zustand des Bären und des Wolfes an. Wenn ein Bär eine Situation aber nicht einordnen könne, suche er lieber das Weite. Darum empfiehlt sie, in Bärengebieten ruhig laut zu sein - "damit der Bär auch weiß, man ist da".

"Bären sind sehr, sehr vorsichtige Tiere!"
Heike Lindemann, Biologin und stellvertretende Parkleiterin im Alternativen Bärenpark Worbis, Thüringen

Um Bären und andere wilde Tiere fern zu halten, gebe es generell verschiedene Methoden, sagt Heike Lindemann. Man könne mit Licht, Duftstoffen oder eben Geräuschen arbeiten. Aber irgendwann könnte eine Art Gewöhnungseffekt eintreten, die Tiere könnten merken, dass das alles gar nicht gefährlich ist. Und dann kommen sie eben doch, so die Biologin.