Hetze gegen Frauen und Feministen – dafür steht die Seite Wikimannia. Jasna Strick weiß, wie das funktioniert und hat ein Gegenmittel. Nein, Klage hat sie nicht eingereicht.

Knapp 5500 Artikel verzeichnet die offen frauenfeindliche Seite Wikimannia. Die Texte auf der Seite richten sich gezielt gegen Menschen, die sich öffentlich für Gleichberechtigung einsetzen. Das Layout ist von der Gestaltung von Wikipedia kaum zu unterscheiden und wirkt seriös. Im Gegensatz zur Wikipedia ist die Wikimannia eine Seite mit überwiegend deutschsprachigem Content.

Zum Vergleich: Nur rund 1000 englischsprachige Artikel sind momentan dort gelistet (Stand 16.12.2019). Die ideologische Ausrichtung der Wikimannia-Artikel und die tendenziöse Quellenwahl zeigen beispielhaft der Vergleich der Artikel zum Frauenhass, also der Misogynie bei Wikimannia und Wikipedia.

Spendenaufruf als PR-Aktion

Nun steht die Seite angeblich vor dem Ende und die anonymen Betreiber haben einen Spendenaufruf gestartet. Hinter dem Spendenaufruf vermutet Jasna Strick eine PR-Aktion der Seite. Auch von ihr gibt es einen Eintrag. Wir haben mit der Autorin über die Taktik von Wikimannia gesprochen. Jasna Strick ist eine Mitinitiatorin des #aufschrei. Über sie heißt es auf der Seite, dass ihre herausragenden Qualifikationen Jammern, Klagen und Agitieren wären. Es folgen weitere biografische Details in einem offen gehässigen Tonfall. Es ist der dritte Treffer, wenn man ihren Namen googelt.

"Ich glaube die Taktik, die da am besten funktioniert ist: Eigenen Content zu produzieren und zu versuchen, mit eigenen Quellen nach vorne zu gelangen."

Das gute Ranking bei Suchmaschinen erklärt sich Jasna Strick dadurch, dass Wikimannia systematisch und effektiv Bezüge zu frauenfeindlichem Content herstellt. An ihrer eigenen Kurzbiografie arbeitet die Autorin auch als Reaktion auf den Wikimannia-Eintrag. Trotzdem wird sie immer wieder darauf angesprochen. Sie vermutet, dass der Text dort 2013 oder 2014 veröffentlicht wurde. In dieser Zeit sind auch eine Reihe von Blogartikeln publiziert worden, in denen sie namentlich genannt wurde.

Jasna Strick sagt, dass sie auch aus Bequemlichkeit bisher nicht gegen den Artikel vorgegangen ist. Für diesen Weg hat sich bereits die Journalistin und Politikerin Kersten Artus entschieden.