Jennifer Lawrence bringt Geschlechterrollen durcheinander. Im Finale der Filmreihe "Tribute von Panem" und auch neben der Leinwand.

Katniss Everdeen ist anders, anders als klassische weibliche Hauptrollen in Hollywood. Die Heldin der "Tribute von Panem" berserkert sich mit Pfeil und Bogen durch die Filmreihe, versorgt ihre Familie auf der Jagd mit Frischfleisch und beschützt sie auch noch. Traditionell alles Aufgaben des Hollywood-Männchens. Damit alles nicht zu wild wird, gründet sie am Ende der Reihe dann aber doch noch artig eine Familie mit ihrem Partner Peeta. Trotzdem wird Katniss vor allem als glamouröse Kämpferin inszeniert.

"Ich denke schon, dasss 'Die Tribute von Panem' ein Beispiel dafür ist, wie sich der weibliche Action-Held verändert."
DRadio-Wissen-Reporterin Anke van de Weyer

Und dann ist da noch Jennifer Lawrence, die Frau, die Katniss Everdeen spielt. Sie sorgt für noch mehr Aufsehen, als ihre Filmfigur. Und sie eckt gerne an. 2014, der große Nacktfoto-Hack. Jennifer Lawrence ist auch betroffen und findet klare Worte. Völlig zurecht prangert sie das Ganze als "sexuellen Missbrauch" an. Und wenig später wird sie wieder sehr deutlich.

Zu wenig Geld für Frauen

Diesmal geht es um den Sony-Hack, bei dem zahlreiche interne Mails von Sony Entertainment im Netz verbreitet wurden. Dabei kommt heraus, dass Jennifer Lawrence für den Film "American Hustle" viel weniger Gage kassiert hat, als ihre männlichen Kollegen. Ein klassischer Gender-Pay-Gap - nur das es diesmal um 34 Millionen Euro geht. Jennifer Lawrence schreibt einem offenen Brief.

"When the Sony hack happened and I found out how much less I was being paid than the lucky people with dicks, I didn't get mad at Sony. I got mad at myself. I failed as a negotiator because I gave up early. I didn't want to keep fighting over millions of dollars that, frankly, due to two franchises, I don't need."
Jennifer Lawrence

Um die fehlenden Millionen geht es ihr dabei angeblich nicht, es geht ihr ums Prinzip. Außerdem sei sie damit durch, ihre Meinung möglichst nett zu äußeren - damit sie jeder entzückend findet. Applaus für dieses deutliche Statement von Kolleginnen wie Emma Watson oder Elizabeth Banks - Applaus aber auch von ihrem besser bezahlten Co-Star Bradley Cooper. Anders liest sich die Sache auf diversen Gossip-Seiten im Netz. Dort wird sie als "Bitch" bezeichnet, die zu oft ihre Freunde wechsele und sich über ihre Gagen beschwere - obwohl sie die bestbezahlte Schauspielerin des Planeten sei.

Mehr zu Jennifer Lawrence: