Nach einem langen Flug macht uns der Zeitzonen-Wechsel zu schaffen: Am Zielort fühlen wir uns tagsüber müde und k.o. Nachts wiederum fällt es uns schwer, einzuschlafen. Oft dauert es ein paar Tage, bis unser Körper mit dem Zeitunterschied klarkommt. 

Unser Gehirn ist nicht auf einen 24-Stunden-Rhythmus eingestellt, sagt Neurowissenschaftler Henning Beck, sondern auf einen 25-Stunden-Rhythmus. Daher können wir uns besser an eine Zeitumstellung anpassen, wenn wir in den Westen fliegen. Wir müssen nur länger aufbleiben, damit sich unser Körper an die Veränderung gewöhnt. Wenn wir allerdings in den Osten reisen, sollten wir eher ins Bett gehen, um den Jetlag schnell in den Griff zu bekommen, rät Henning Beck. Aber wer versucht zu schlafen, weil er muss, liegt nicht selten wach im Bett.

"Jeder weiß, dass es schwer ist, wenn man im Bett liegt und denkt: 'Ah, jetzt muss ich zwangsweise früher ins Bett gehen und krampfhaft einschlafen."
Henning Beck, Neuroiwssenschaftler

Unsere innere Uhr ist recht ungenau: Pro Tag verschiebt sie sich um eine Stunde. Theoretisch müsste sie am Ende sieben Stunden von der tatsächlichen Uhrzeit abweichen. Damit das nicht passiert, hat das Gehirn einen eigenen Zugang zu unseren Augen. "Ein drittes Auge gewissermaßen", sagt Henning Beck, "mit dem das Gehirn registriert: ist es gerade hell, wird es gerade dunkel, wie ist denn so die Lichtsituation draußen. Und über das Sonnenlicht, kann das Gehirn dann erkennen, dass es Zeit zum Aufstehen ist. Der Körper schüttet bei Tageslicht Hormone anders aus und der Rhythmus im Gehirn wird neu ausgesteuert und justiert. 

Tageslicht aktiv nutzen

Gegen Jetlags könnten wir auch Tageslicht-Lampen einsetzen. Viel einfacher ist es aber, uns an dem Ort, an den wir gereist sind, dem Tageslicht auszusetzen. Je mehr wir das tun, desto leichter fällt es unserem Körper, sich an die Zeitverhältnisse anzupassen. 

Generell ist es nicht so gesund, gegen die innere Uhr zu leben, sagt Henning Beck. Noch wichtiger als die Frage, wann wir schlafen, ist aber, dass wir überhaupt genug Schlaf bekommen, empfiehlt der Neurowissenschaftler. 

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