Das Jammern ist groß: In vielen Restaurants, Bars uns Kneipen fehlt nach dem Shutdown das Personal. Manch einer hat sich neu orientiert. Doch wer gute Arbeitskräfte will, der sollte einmal über seine Arbeitsbedingungen nachdenken, meint unser Reporter.

Kellnerinnen und Kellner, Köchinnen und Köche haben mit den Füßen abgestimmt: Nicht alle sind nach den pandemiebedingten Lokalschließungen an ihren alten Arbeitsplatz zurückgekehrt. Das merkt auch Manuel Mindel vom Brauhaus Päffgen in Köln:

"An allen Ecken und Enden fehlt's, weil uns auch Leute während des Lockdowns verlassen haben, die dann auch in andere Berufe gewechselt sind, letztendlich."

Vor allen Dingen brauche man Personal in der Küche. Was er hier im Brauhaus Päffgen erlebt, das zeigt sich deutschlandweit: Im September 2019 zählte der deutsche Hotel und Gaststättenverband noch 2,36 Millionen Beschäftigte im Gastgewerbe. Dann kam Corona und im Jahr 2020 waren es dann etwa 350.000 weniger.

"Mittlerweile würde ich schon sagen, dass sich ein Mitarbeiter zwischen drei Stellen entscheiden kann."
Jan Maier, Maibeck Köln

Jan Maier ist Koch und hat vor sieben Jahren selbst ein Restaurant eröffnet. Wie alle anderen Restaurants hat auch sein "Maibeck" während der Pandemie gelitten. Allerdings - dass das Personal nicht mehr zurückkommt, hat er nicht so mitbekommen. Bei ihm war das jedenfalls nicht der Fall.

Während des Lokdowns neu orientiert

Die unfreiwillige Jobpause im Gastrogewerbe hat offenbar viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Nachdenken gebracht - und sichtbar gemacht, wo schlechte Jobbedingungen herrschen.

"Ich habe Überstunden gemacht, 10-14 Stunden arbeiten am Tag waren normal. Teilweise zwei drei Wochen am Stück durcharbeiten."
Henryk - gab seinen Job als Koch auf

Auch Küchenchef Henryk kennt das: Viele Überstunden, wenig Freizeit. Seinen Job hat er immer geliebt - aber er hat auch gemerkt, dass dieser Beruf mit einem Familienleben kaum zu vereinbaren ist. Darum hing er die Kochmütze an den Nagel. (In der Ab21 hört ihr Henryks Geschichte).

"Wo ich bis jetzt am kürzesten gearbeitet habe, das war ein Drei-Sterne-Restaurant. Da hing an der Dunstabzugshaube der Satz: 'Ihr seid alles Luftpumpen' und 'Qualität kommt von quälen'. "
Jan Maier, Maibeck Köln

Jan Maier wollte es in seinem Restaurant anders machen - und beweisen, dass gute Arbeitsbedingungen, Gastrojob und Familie vereinbar sind. Seit einigen Jahren ist er selbst nicht nur Koch sondern auch Vater. Darum ist ihm besonders wichtig, dass Kochen, Familie und Zufriedenheit in seinem Unternehmen zusammengehen.