Im Team bloß nicht zu viel arbeiten, damit man nicht ausgenutzt wird? Tatsächlich zeigt die Forschung, dass kooperative Menschen, die Aufgaben im Team übernehmen, erfolgreicher sind. Wenn nicht alle am gleichen Strang ziehen, kann man dazu motivieren.
Ein Teamplayer bringt das Team nach vorne. Aber nicht nur das: Er oder sie profitiert auch selbst davon, sich für alle einzusetzen, sagt Matthias Sutter, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik. Er hat ein Buch über die Vorteile von Kooperation und Vertrauen geschrieben.
Zwar kann auch ein Egoist Erfolg haben und vorankommen. Doch die Daten zeigten eindeutig, dass kooperative Menschen im Beruf leichter nach oben kommen als eigennützige Menschen, sagt der Ökonom.
Den Erfolg des Teams im Blick
Teamarbeit und Kooperation ist wichtig, weil wir in einer sehr arbeits- und wissensteiligen Gesellschaft leben, erklärt Matthias Sutter. Viele Eigenschaften und Fähigkeiten, die ein Teamplayer besitzt, bringen ihn im Gegensatz zum Egoisten nach vorne.
Ein Teamplayer:
- Kann Kompromisse schließen,
- Interessensausgleiche finden,
- Konflikte lösen
- und ist in der Lage, auch mal die Perspektiven von anderen einzunehmen
Der Teamplayer ist dazu in der Lage, weil er den Teamerfolg im Blick hat und ihn priorisiert.
"Wir würden wahrscheinlich noch in Höhlen leben, wenn wir uns nicht zusammengetan hätten."
Dass Teamplayer für Unternehmen gut sind, weil sie das Team stärken, zeigen aktuelle Studien, sagt Verhaltensökonom Matthias Sutter. Er fasst es so zusammen: "Wenn sie einen kooperativeren Geist in Unternehmen haben, dann haben sie bessere Kennzahlen und mehr Innovationstätigkeit." Die Zusammenarbeit bringe somit alle nach vorne, ergänzt Matthias Sutter.
Zu mehr Kooperation motivieren
Aus unterschiedlichsten Gründen können Mitglieder eines Teams die Kooperation verweigern. In solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um dazu zu motivieren, sagt Matthias Sutter:
- Mit gutem Beispiel vorangehen
- Positive oder negative Anreize schaffen ("Zuckerbrot und Peitsche") – oft sind negative wirksamer, sagt Matthias Sutter
- Ein Gefühl von Zugehörigkeit schaffen
- Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten bieten
"Wenn man sich einer Gruppe zugehörig fühlt, dann strengen sich Menschen in der Regel mehr an."
Das ist nicht nur auf der Arbeit wichtig. Auch für unsere Gesellschaft seien der Teamgedanke und die Kooperation wichtig. Denn es sei schwierig, mit jemandem zusammenzuarbeiten oder gemeinsam Dinge zu gestalten, wenn man völlig unterschiedliche Meinungen oder Ansichten hat.
"Zusammenarbeit bringt uns alle nach vorne."
Matthias Sutter bezieht sich auf eine Aussage des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD), um die aktuelle Situation in Deutschland zu beschreiben. Sinngemäß sagte er, das Problem der aktuellen Zeit sei, dass sich viele Menschen kleinen Gruppen zugehörig und diskriminiert fühlten.
Dabei werde vergessen, dass wir eigentlich Teil eines gemeinsamen Ganzen seien. Und dass wir einen gemeinsamen Wunsch teilen – das Land voranzubringen.
