Weniger arbeiten! Wer will das nicht? Zumindest ab und zu. Problem: Teilzeit gilt als Karrierekiller. Eine Alternative ist Jobsharing, dabei teilen sich zwei (oder mehr) Leute eine Vollzeitstelle. Dabei kommen sogar Führungspositionen in Frage.

Jobsharing ist gerade für Frauen attraktiv. In Deutschland arbeitet gerade ungefähr jede dritte Frau in Teilzeit - für die meisten kommen da Führungspositionen gar nicht erst in Frage. Weil sie zu aufwendig sind oder weil immer jemand erreichbar sein muss. Mit Jobsharing geht das aber schon. "Für den Chef sind die Jobsharer wie eine Person. Sie können sich die Arbeit frei einteilen: 50-50, 70-30 oder auch 90-10", erklärt DRadio-Wissen-Reporterin Jenny Rieger.

"Man hat eine gemeinsame Verantwortung. Und man sich immer austauschen, wenn’s mal Probleme gibt."
Jenny Rieger, DRadio Wissen

Das Konzept Jobsharing gibt es schon eine Weile, so richtig durchgesetzt hat es sich aber in Deutschland noch nicht. Es gibt nur wenige Jobs, die explizit für Jobsharer ausgeschrieben sind. Mit dabei sind Stellen für Grafikdesigner, Rechtsanwälte, Manager oder Ärzte.

Eine Doppel-Führung birgt auch Risiken

Eine Führungsposition hat sich zum Beispiel Susanne Broel mit einer Kollegin geteilt - sechs Jahre lang, bei einer Bank. Viele waren zuerst skeptisch, ob das funktioniert, ob sie sich nicht verkrachen zum Beispiel. Einige Kollegen hätten sogar gezielt versucht, die beiden gleichberechtigten Chefinnen gegeneinander auszuspielen.

"Das haben wir gleich zu Anfang unterbunden. Wir haben gesagt: Alles, was ihr uns vertraulich mitteilt, hören vier Ohren und nicht nur zwei."
Susanne Broel, Jobsharerin