Im Thriller "LOMO – Language of Many Others" spielt Jonas Dassler den Blogger Karl, dessen Leben sich hauptsächlich im Netz abspielt. Mit unserem Moderator Tom Westerholt spricht er über seinen Verhältnis zu digitalen Plattformen, seinen Umgang mit steigendender Bekanntheit und das erste Mal Schauspielen.

22 Jahre ist Jonas Dassler alt und steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung – als Schauspieler. Er ist gerade im Berlinale-Film "Das Schweigende Klassenzimmer", von Lars Kraume und dem Social-Media-Thriller "LOMO" zu sehen.

In "LOMO" spielt er den Blogger Karl, der süchtig nach Anerkennung seiner Follower ist und dessen Leben sich immer mehr im Netz abspielt. Jonas Dassler selbst hat ein komplett anderes Verhältnis zu Blogs, Social-Media- Plattformen und Co., wie er Tom Westerholt erzählt. 

"Lust darauf habe ich nicht. Und dann finde ich es auch verlogen, es zu machen."
Jonas Dassler, Schauspieler

Zwar könne er gut verstehen, wenn Leute sich oft in Sozialen Netzwerken aufhalten, für Jonas privat bedeutet das aber aktuell einen zu hohen Aufwand – und er hat auch keine Lust darauf. Aber das sei jetzt so, vielleicht ändere sich das noch, sagt er.

Das Netz als Parallelwelt

Den Grund dafür, sich selbst auf diese Art darzustellen, sieht Jonas in unserem Bedürfnis, uns mitzuteilen und dass wir neugierig sind. Und obwohl er selbst aktuell nur wenig mit Sozialen Medien anfangen kann, glaubt er, dass wir als Menschen diese Parallelwelt, wie er sie nennt, gut nutzen können. Wir müssten nur wissen, was das für eine Welt ist und wie wir damit umgehen. Denn stoppen könne man sie nicht.

"Ich glaube, es gibt ein großes Mitteilungsbedürfnis in uns. Ich glaube, dass wir eigentlich wirklich den Drang in uns haben, uns mitzuteilen. Dass wir auch neugierig sind. Dass wir Sachen über andere Leute verstehen wollen."
Jonas Dassler, Schauspieler

Neue Bekanntheit und der Weg dahin

Jonas selbst steht mittlerweile kurz vor seinem Abschluss an der Ernst-Busch-Schauspielschule und ist Ensemblemitglied am berühmten Berliner Gorki-Theater. Er will lieber durch seine Schauspielerei bekannt sein – und nicht weil er sein Abendessen gepostet hat. 

"Auf einmal wollen ganz viele Leute was von dir wissen. Und auf einmal projizieren ganz viele Leute etwas in dich hinein und meinen, etwas zu sehen. So sehr ich mir gewünscht habe, Aufmerksamkeit zu haben, denn dann kann man arbeiten."
Jonas Dassler, Schauspieler

Daran, bekannt zu sein und die Erwartungen und Ansprüche, die jetzt an ihn gestellt werden, muss er sich noch gewöhnen, sagt Jonas. Beim Bayerischen Filmpreis haben ihm beispielsweise noch die Worte gefehlt, als er von seiner ehemaligen Theater-AG-Lehrerin den Preis überreicht bekam. Die hatte ihn in der achten Klasse dazu gebracht, den Andri in "Andorra" von Max Frisch zu spielen: seine erste Rolle.