Gleich zwei Kinostarts beschäftigen sich diese Woche mit Suizid, auch von Kindern und Jugendlichen. Neu in der ARD-Mediathek: "Asbest", eine neue Serie von Kida Khodr Ramadan. In der Arte-Mediathek: Die Doku "In den Augen von Johnny Depp".

Trigger-Warnung: In diesem Artikel und auch im angehängten Audio geht es um Depressionen und Suizid.

Der 31-jährige belgische Regisseur Lukas Dhont hat sich in seinem zweiten Kinofilm "Close" höchst behutsam des Themas Suizid von Kindern und Jugendlichen angenommen, das immer noch tabuisiert ist.

Heraus gekommen ist ein wunderschöner Film über die tiefe Verbundenheit zwischen den 12-jährigen Jungs Léo und Rémi, bei denen nach Mobbing in der Schule zuerst die Freundschaft, und dann einer der Jungs an dem Verlust zerbricht.

Tom Westerholt hat Lukas Dhont zum Interview getroffen, der ausführlich über das Thema seines Films und die anspruchsvolle Umsetzung mit den zwei unerfahrenen Schauspiel-Debütanten Eden Dambrine und Gustav De Waele erzählt.

"Ich spreche im Film von Blumen und Schatten. Als Gesellschaft zeigen wir in jungen Universen oft nur die Blumen, sprechen von der Unschuld, von Zeiten der Leichtigkeit und der Freiheit. Aber für manche junge Menschen gibt es eben auch sehr düstere Schatten."
Lukas Dhont, Regisseur

In "The Son" des französischen Regisseurs Florian Zeller wird aus der Elternperspektive auf die schwere Depression eines 17-Jährigen geblickt. Die getrennten Eltern (Laura Dern, Hugh Jackman) finden keinen Zugang zu ihrem Kind, dem es zusehends schlechter geht.

Zu sehr sind sie in ihren Rollen-Klischees gefangen. Der Vater ist erfolgreicher Anwalt, neu verheiratet, neues Baby. Die Mutter leidet immer noch unter der Trennung, ist überfordert, verzweifelt und alleine.

Interview mit Laura Dern und Hugh Jackman

Filmreporterin Anna Wollner hat die beiden Hollywoodstars Laura Dern und Hugh Jackman auf dem Filmfest in Venedig getroffen und mit ihnen über das Eltern- und Rollenverständnis gesprochen.

Serie "Asbest" und Doku "In den Augen von Johnny Depp"

Kida Khodr Ramadan hatte mit "In Berlin wachsen keine Orangenbäume" sein Kinofilme-Debüt als Regisseur, jetzt läuft die Serie "Asbest" in der ARD-Mediathek. Es geht um ein 19-jähriges Berliner Fußball-Talent, das sich in die kriminellen Machenschaften seiner Clan-Familie verstricken lässt und im Knast landet.

In der Arte-Mediathek haben wir die Doku "In den Augen von Johnny Depp" gefunden, die die Geschichte eines schüchternen, erfolglosen 19-jährigen Gitarristen erzählt, der ein Rockstar werden, aber nie im Rampenlicht stehen wollte.