Kennt ihr diese Stellenanzeigen, in denen Unternehmen neue Leute suchen, die erstens so jung wie möglich und zweitens so viel Berufserfahrung wie möglich haben sollen? Ehrlich gesagt: das ist ziemlicher Bullshit. Warum ihr euch keinen Kopf machen müsst, wie ihr den widersprüchlichen Anforderungen in Stellenanzeigen gerecht werden könnt – das klären wir im Ab21-Podcast.

Zeynep ist 28 und arbeitet als IT-Expertin bei der Deutschen Bahn. Doch der Weg in den Job war lang und beschwerlich. Mit wenig Berufserfahrung, dann noch als Frau in einer männerdominierten Branche und einem nicht gerade urdeutschen Namen hatte sie oft das Gefühl, schon von vornherein nicht in die engere Wahl zu kommen.

Berufserfahrung als Berufsanfänger - paradoxe Anforderung

Im Vorstellungsgespräch bei der Bahn ist sie auf die Frage nach ihrer Berufserfahrung "geplatzt" und hat gefragt, wie sie denn jemals Berufserfahrung sammeln solle, wenn die bei jedem Job Einstellungsvoraussetzung sei. Der kleine Ausbruch und Zeyneps Qualifikationen haben in diesem Fall gewirkt. Sie bekam den Job. Berufserfahrung werde überbewertet, sagt sie. Wichtiger sei doch, von und mit den Kolleginnen zu lernen.

"Viele Unternehmen haben utopische Vorstellungen von Bewerbern. Sie sollen jung sein, aber gleichzeitig mindestens fünf Jahre Berufserfahrung haben. So eine Person würde ich gerne kennenlernen!"
Zeynep Karahan-Coşkun, IT-Expertin bei der Deutschen Bahn

Die Unternehmensberaterin Ingrid Gerstbach weiß, dass viele Unternehmen paradoxe Anforderungen in ihre Stellenanzeigen schreiben. Das sei auch ein Weg, um frühzeitig aus einer Masse von Bewerbern auszusortieren.

Was zählt: Persönlichkeit

Wenn Ingrid in ihrem eigenen Unternehmen Mitarbeiterinnen einstellt, schaut sie eher nach Persönlichkeit, Lernfähigkeit und danach, ob die Bewerberin ins Team passt und sich mit der Firma identifizieren kann. Berufserfahrung? Die stellt sich dann schon ein.