Am Wochenende tagt die AfD in Bremen. Da geht es dann aber nicht nur um die Partei selbst: Die sogenannte "Junge Alternative" - gibt es offiziell seit Juni 2013 und sie hat bisher etwa 620 Mitglieder. Jetzt will sie als offizielle Jugendorganisation der AfD anerkannt werden.

Bisher ist sie das nämlich nicht - unter anderem, weil in der "Jungen Alternative" einige rechte Aktivisten herumschwirren sollen - und weil die gerne mit sehr provokanten Aktionen auffallen. Ob und wie extrem die "Junge Alternative" ist, erklärt Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler an der FH Düsseldorf.

"Die junge Alternative befürwortet eine rechtspopulistische Richtung. Sie versucht, die Position der Mutterpartei zuzuspitzen."
Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler an der FH Düsseldorf
"Ein großer Teil der 'JA'-Mitglieder kommt aus dem burschenschaftlichen Milieu."
Alexander Häusler

In der "JA" gebe es Bestrebungen, sich als rechtes Pendant zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) an den Hochschulen festzusetzen, so Häusler.

Die "Junge Alternative" will ein "Innovationsmotor" für die AfD sein, sagt sie über sich selbst. Das politische Programm dieses Motors liest sich in etwa so:

Gegen

  • Political Correctness
  • die Frauenquote
  • das Tempolimit
  • den Atomausstieg
  • Inklusion an Schulen
  • die Verbeamtung von Lehrern
  • Sexualkunde ab dem Kindergarten
  • die GEZ

Für

  • einen Ausstieg aus der Euro-Zone
  • eine direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild
  • ein Burkaverbot
  • ein Einreiseverbot von Terror-Unterstützern
  • eine schnelle Verurteilung jugendlicher Straftäter

Sympathie für Nigel Farage

Der Kölner Ableger der "JA" hat sich vor einigen Monaten Nigel Farage eingeladen, den umstrittenen Chef der britischen rechtspopulistischen UK Independence Party (UKIP).

"Diese Einladung war ein eindeutiges Signal, dass sich der Jugendverband weiter rechts positionieren will als die AfD. Farage wurde frenetisch beklatscht."
Alexander Häusler

Sex sells

Nicht nur viele Ansichten - auch die Medienstrategien der "JA" sind radikaler als die der Mutterpartei. Das sieht man zum Beispiel an unserem Bannerbild (Mitglieder der "Jungen Alternative Baden-Württemberg" posieren provokant vor einem Protestspruch, der gegen sie gerichtet ist) - oder an der Posterkampagne der "Jungen Alternative"...

Selbstverständlich wird beiden Geschlechtern etwas geboten...