Ein Wanderer will 2016 in Irland den Berg Ben Gorm besteigen. Auf seiner Wanderung findet er tausende menschliche Knochenstücke. Forschende haben den Fund aus der Jungsteinzeit jetzt analysiert.

Den Knochenfund aus der Jungsteinzeit, den der Wanderer bei einer Felsformation auf dem Berg Ben Gorm in Irland wohl zunächst für einen aktuellen Tatort hält, besteht aus menschlichen Knochen von vermutlich acht Personen, die vor 5.000 Jahren gelebt haben.

"Diese Felskammer, die der Wanderer entdeckt hat, ist unter freiem Himmel. Da sind die Körper der Verstorbenen dann verrottet, also bis nur noch die Knochen übrig waren."
Nele Rößler, Deutschlandfunk Nova

Da die irische Polizei sich nicht zuständig fühlt, übernehmen Forschende des Dubliner Trinity Colleges die Detektivarbeit. Das Team von Archäologen kam durch Untersuchungen – auch DNA-Analyse – an den Knochen zu mehreren neuen Erkenntnissen.

Laktose-Intoleranz – Käse ist die Lösung

Eine Ergebnis der DNA-Analyse ist, dass die untersuchten Menschen Laktose-intolerant waren. Zum Zeitpunkt, zu dem die Männer gelebt haben, gab es jedoch bereits Milchtier-Haltung in dem Gebiet gehalten haben.

Die Forschenden vermuten deswegen, dass bereits in der Jungsteinzeit Milch zu Käse verarbeitet wurde, weil der viel geringere Mengen an Laktose enthält.

Jungsteinzeitliche Menschen auf irischem Gebiet dunkelhäutig

Ein weiteres Ergebnis der DNA-Analyse: Die beiden Steinzeit-Männer sollen dunkle Haut gehabt haben. Laut den Forschenden ist das ziemlich typisch für die Zeit, damals gab es in Westeuropa viele verschiedene Hautfarben. Hellere Hauttöne verbreiteten sich wahrscheinlich erst im Bronze- oder Eisenzeitalter. Wann genau, ist allerdings noch unklar.

Nur der Schädel und größere Knochen wurde bestattet

Die rund 5.000 Knochenstücke von acht Menschen stammten nicht aus einem Grab. Sie lagen lose in einer Felsenkammer unter freiem Himmel: Die Steinzeit-Menschen haben ihre Toten offenbar an dem rituellen Ort an den Felsen unter freiem Himmel verrotten lassen – mehrere Jahre lang. Bestattet wurden wohl nur die Schädel und größere Knochen.