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Ein paar mehr Frauen in ein paar mehr Unternehmen – eine kleine Quote soll es regeln. Juristin Maria Wersig begrüßt den Gesetzentwurf und nennt die hartnäckig bestehenden Probleme.

In Vorständen börsennotierter Unternehmen ab einer Größe von vier Mitgliedern soll mindestens eine Frau berufen werden müssen, das sieht ein am 25.02.2021 im Bundestag beratener Gesetzesentwurf vor. Diese Frauenquote soll für Betriebe gelten, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sind, die also paritätisch organisiert sind, wie es im Entwurf heißt.

Eine Mindestbeteiligung weiblicher Führungskräfte soll es auch bei Krankenkassen, der Rentenversicherung oder der Bundesagentur für Arbeit geben, bei den Körperschaften öffentlichen Rechts also.

Forderung: Abbau der Männerquote

Gesetzlich festgeschrieben ist ein Mindestanteil von Frauen bislang nur in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen. Dort gilt eine Quote von 30 Prozent. Die Juristin Maria Wersig, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes und Professorin für Rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Hochschule Hannover, sagt, es sei höchste Zeit für dieses neue, wie sie es nennt, "Quötchen".

Ihre Begründung: "Mit Freiwilligkeit sind wir seit 20 Jahren nicht weitergekommen." Im internationalen Vergleich liege Deutschland bei der Repräsentation von Frauen in Spitzenpositionen in der Wirtschaft peinlich zurück. Bei den Führungskräften in deutschen Großunternehmen sehe es so aus, als gelte de facto eine Männerquote, sagt Maria Wersig.

"Wenn man sich die Spitzenposition anschaut, muss man sehen: Wir haben tatsächlich eine Männerquote, die gilt es abzubauen."

Die Regelung könnte bei den Vorständen von 74 Unternehmen greifen, von denen 30 momentan die Vorgabe bislang nicht erfüllen (Stand 25.02.2021).

Männer, die Männer fördern

Die Juristin fordert insbesondere von Managerinnen und Managern eine Auseinandersetzung mit unbewussten Vorurteilen und mit der Problematik, dass Männer häufig Männer förderten und keine Frauen.

"Wem traue ich etwas zu? Diese Einschätzungen können doch sehr stark von Geschlechterbildern geprägt sein."