Klar, am Rosenmontag geht im Rheinland gar nichts mehr. Außer feiern. Aber was machen eigentlich die Leute, die während der tollen Tage eine wichtige Frage haben? Die wissen wollen, wann das Standesamt schließt oder wie hoch die Hundesteuer ist oder wann die Müllabfuhr den ganzen Feiermüll von der Straße fegt. Bei all diesen Fragen hilft: Oldenburg. Oldenburg?

In Deutschland hat ja alles seine Ordnung - auch im Rheinland, und auch während des Karnevals. Und daher ist die Einheitliche Behördenrufnummer 115 zum Beispiel auch in Köln erreichbar, wenn das Standesamt der Stadt gerade alles andere als erreichbar ist. Denn die Rheinländer haben Telefonanfragen weitergeleitet – zu den Kollegen in Oldenburg. Die beantworten während der tollen Tage Fragen zum Standesamt oder zur Hundesteuer.

Zuständig für 2,5 Millionen Karnevalisten

"Wir stellen eine telefonische Erreichbarkeit her für ca. 2,5 Millionen Bundesbürger. Das ist doch mal was", erklärt Inge von Danckelmann, die Leiterin des Amts für Personal- und Verwaltungsmanagement in Oldenburg. Momentan sind sie und ihre Mitarbeiter zuständig für Anrufer aus Aachen, Trier, Bonn, Frechen, Leverkusen, Dortmund, Köln und vielen anderen Orte.

"Wir haben im Durchschnitt 200 Anrufe pro Tag. Es sind ja nicht alles Jecken da", so von Danckelmann. Manchmal melden sich auch Jecken an, erinnert sie sich: "Einmal rief eine Närrin aus Köln an, die ihren Mann verloren hatte. Und die fragte, ob wir wüssten, wo sich gerade ein großer herrenloser Hase befinde." Vielleicht aber, sagt Inge van Danckelmann und überlegt kurz, vielleicht aber war dieser Anruf nicht ganz ernst gemeint.

"Wir hatten mal eine Frau, die ziemlich tief ins Glas geschaut hatte und dabei ihre Freundinnen verloren hatte. Allerdings war sie mit denen an einem bestimmten Ort verabredet. Aber sie kannte sich in Aachen nicht aus, und wir haben ihr am Telefon dann mithilfe des Stadtplans den Weg gezeigt."
Inge von Danckelmann, Leiterin des Amts für Personal- und Verwaltungsmanagement in Oldenburg

Mitunter geht diese Arbeitsteilung auch in die umgekehrte Richtung - dann übernehmen die Kollegen aus dem Rheinland die telefonischen Anfragen aus Oldenburg. Das passiert aber nicht, wenn die Oldenburger feiern gehen, sondern wenn eine Abteilung zur Fortbildung muss.