Wer hatte den besten Sex? Die Kamasutra-Schüler aus Indien? Oder doch die alten Römer in Pompeji, kurz bevor der Vesuv ihrem Treiben ein Ende bereitete? Unsere Geschichtsshow der anderen Art in Eine Stunde Liebe.

Wer heute in Ratgebern Hilfe sucht, wie man guten Sex hat, wird oft auf den Tipp stoßen, möglichst unverkrampft und neugierig auszuprobieren. Tipps, über die der Autor Vatsyayana Mallanaga wahrscheinlich bloß müde lächeln würde. Schon vor über 1800 Jahren verfasste er das Kamasutra – ein Ratgeber, der erstaunlich unverkrampft Tipps gibt, wie man ein erfülltes Liebesleben hat. Lediglich eines der insgesamt sieben Kapitel widmet sich den bekannten Sexstellungen. Der Rest des Kamasutras gibt – so würde man es heute formulieren - unter anderem Flirttipps und ganzheitlich angelegte Ratschläge, wie man ein langes erfülltes Liebesleben hat.

Porno aus Pompeji

Ähnlich freizügig waren offenbar auch die Bewohner des 79 nach Christus durch den Ausbruch des Vesuvs verschütteten Pompeji unterwegs. Als die römische Stadt im 18. Jahrhundert wiederentdeckt wurde, fanden die Forscher hochgradig explizite sexuelle Abbildungen. Pornografie oder historisches Dokument? Entsetzt von so viel Freizügigkeit, hielten die Forscher die Werke über Jahrzehnte unter Verschluss.

Dass die Menschen seit Anbeginn ihrer Existenz Sex hatten, steht außer Frage. Aber wie ging man in welcher Epoche mit Sexualität und ihrer optischen Darstellung um? Und welche Rolle spielten dabei gesellschaftliche Strömungen?

Darüber sprechen wir unter anderem mit dem Dokumentarfilmer Olaf Jacobs, der die Reihe "Die Geschichte der Pornografie" produziert hat, mit Ulrike Heider, der Autorin von "Vögeln ist schön" und Autor und Soziologe Dr. Sven Lewandowski.