Es ist Sommer, es ist heiß – und klar: Wir schwitzen. Doch nicht jeder Schweiß riecht. Wenn er es aber tut, können wir durch ihn viel über unseren Körper, unsere Ernährung, aber auch unsere Attraktivität erfahren.

Schwitzen ist gesund. Und tatsächlich schwitzen wir mehr über den Tag hinweg, als wir überhaupt wahrnehmen – das ist sehr wichtig für die Regulierung unserer Körpertemperatur, erklärt die Wissenschaftlerin Janina Otto. Unangenehm wird Schweiß oft dann, wenn er riecht.

"Es ist immer gut, wenn wir schwitzen. Eigentlich schwitzen wir permanent – das ist wichtig für die Thermoregulation."
Janina Otto, Wissenschaftlerin und Science-Slammerin

Schweiß, der uns über Rücken und Stirn läuft, riecht nicht. Er kommt aus den ekkrinen Schweißdrüsen, kühlt uns und besteht nur aus Wasser und Salz. Frischer Achselschweiß aus den sogenannten apokrinen Schweißdrüsen riecht erst mal auch nicht.

Erst wenn die Bakterien auf unserer Haut anfangen, ihn zu zersetzen, kommt es zu den vielen unterschiedlichen Gerüchen, die wir vor allem im Sommer bei Festivals oder in vollen Bussen und U-Bahnen wahrnehmen.

Veränderter Körpergeruch durch Parkinson-Erkrankung

Dieser Schweißgeruch kann allerdings einiges über uns verraten – beispielsweise über Krankheiten. Janina Otto erinnert sich an einen Fall einer Frau in Großbritannien, die vor einigen Jahren erzählt hatte, sie hätte bereits seit Jahren gerochen, dass sich der Körpergeruch ihres Partners verändert habe. Tatsächlich hatte ihr Partner eine Parkinsondiagnose erhalten.

2019 konnte eine Studie bestätigen, dass Parkinson-Erkrankte ein bestimmtes Geruchsprofil haben, dass Menschen mit empfindlichem Geruchssinn tatsächlich riechen können. Nun wird weiter an diesem Fall geforscht, inwiefern das Geruchsprofil eines Menschen auch zur Frühdiagnostik beitragen kann.

Kohlenhydrate stinken, Früchte und Gemüse duften süßlich

Da unsere Haut auch ein Entgiftungsorgan ist, scheiden wir viele Stoffe über die Haut aus. Diese Abbauprodukte landen dann auf unserer Haut und tragen zu unserem Körpergeruch bei – das kennen wir beispielsweise vom Knoblauch. Unser Schweißgeruch kann von unserer Ernährung beeinflusst werden.

"Unser Schweiß kann anders riechen, je nachdem, was wir gegessen haben."
Janina Otto, Wissenschaftlerin und Science-Slammerin

Studienergebnisse zeigen beispielsweise, dass Frauen den Geruch von Vegetarier*innen als angenehmer und weniger intensiv empfinden als den von Fleischesser*innen. Andere Forschende haben herausgefunden, dass Gemüse und Obst einen süßlichen und floralen Schweißgeruch zur Folge haben und auch Fleisch, Eier, Tofu und Fett einen angenehmen Schweißgeruch produzieren. Dagegen sollen laut der Studie Kohlenhydrate und Meeresfrüchte einen unangenehmen Geruch produzieren.

Geruch, der an- oder abturnt

Zudem ist die Forschung immer noch an Untersuchungen dran, inwiefern Pheromone, die auch durch den Schweiß ausgestoßen werden, einen Einfluss auf die Partner*innenwahl haben. Pheromone sind Hormone, die nicht auf uns selbst wirken, sondern auf unser Umfeld. Für Insekten und Tiere ist das bereits gut erforscht, für Menschen noch nicht, sagt Janina Otto.

Es gibt allerdings schon Studien, die zeigen, dass Schweiß oder auch Tränenflüssigkeit das Gegenüber beeinflussen können. Frauentränen sind laut Studien beispielsweise ein Abturner für Männer, sagt Janina Otto.

"Frauentränen sind eher abturnend für Männer. Sie sind unter dem Einfluss von Frauentränen weniger sexuell erregt."
Janina Otto, Wissenschaftlerin und Science-Slammerin

Andere Studien fanden dagegen heraus, dass Männer Frauen attraktiver ranken, wenn sie mehr vom sogenannten Sexualhormon Östradiol haben. Das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass Männer Frauen grundsätzlich attraktiver finden, wenn sie ihre fruchtbaren Tage haben.

Frauen suchen dagegen im Geruch evolutionsbedingt oft nach Immunsystemen, die ihrem möglichst unterschiedlich sind. So soll sichergestellt werden, dass ein zukünftiges Kind ein diverses Immunsystem erhält.