Die Welt will immer mehr Schokolade. Den Kakao dafür können die Bauern aber nicht mehr ausreichend liefern. Nur faire Preise für den Anbau können langfristig helfen.

Allein in Deutschland verputzt jeder Deutsche im Schnitt zehn Kilogramm Schokolade pro Jahr. Um die riesige Nachfrage zu befriedigen, müssen allein für uns 400.000 Tonnen Kakao verarbeitet werden. Angebaut werden die Kakaobäume nur in einem schmalen tropischen Gürtel. Zum Beispiel in Teilen von Brasilien und Westafrika. Viele der Plantagen in den Anbaugebieten sind um die 40 Jahre alt und in den letzten Jahren nicht ausreichend gepflegt worden. Bis neue Kakaobäume aber Früchte tragen, vergehen bis zu sechs Jahre. Ein Grund, warum das Angebot nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten kann.

Kakaobauern leben in Armut

Ein weiteres Problem ist der sinkende Weltmarktpreis für Rohkakao, der sich in den letzten fünfunddreißig Jahren halbiert hat. Und das bei gleichbleibendem Preis für Schokolade. Dadurch schwinden die Anreize für die Kleinbauern in der Region Kakao anzubauen und nicht irgendetwas anderes, vor allem weil der Kakaoanbau sehr arbeitsintensiv und von Handarbeit geprägt ist. Aus Angst vor fallenden Gewinnen, sehen sich auch Großkonzerne dazu genötigt, mit speziellen Programmen für Kleinbauern gegen einen totalen Zusammenbruch der Kakaoproduktion vorzugehen.

“Kakao muss schlicht und ergreifend teurer werden. Die Händler müssen den Kleinbauern mehr Geld zahlen.“
Jule Reimer, Wirtschaftsredakteurin

Entwicklungspolitische Organisationen haben ausgerechnet, dass für ein Einkommen, dass die Existenz einer Familie in der Elfenbeinküste sichert, die Bauern viermal so viel verdienen müssten wie bisher, insgesamt zwei Euro am Tag. Wer übrigens zertifizierte Schokolade mit dem Fairtrade-, Utz, oder Rainforest-Alliance-Siegel kauft, sorgt tatsächlich dafür, dass die Kleinbauern besser bezahlt werden und die Arbeitsstandards besser sind.

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