Am Wochenende war die Fankurve des Stadions vom dänischen Fußball-Erstligisten Brøndby IF hell mit Fackeln erleuchtet. Pyrotechnik im Stadion ist eigentlich verboten, aber für diese sogenannten kalten Bengalos wurde eine Ausnahme gemacht. Maximilian Rieger aus der Deutschlandfunk-Nova-Sportredaktion hat sie sich genauer angeschaut.

Kalte Pyrotechnik ist nicht wirklich kalt, denn sie brennt bei 200 Grad. Diese Temperaturen sind aber deutlich kühler als die von herkömmlicher Pyrotechnik. Denn die brennt mit Magnesium und kann Temperaturen von bis zu 2000 Grad erreichen. Die kalte Pyrotechnik ist eine Erfindung des dänischen Pyrotechnikers Tommy Cordsen.

"In der kalten Pyrotechnik ist der sehr gering dosierte Sprengstoff Nitrozellulose enthalten. Dieser brennt relativ farblos ab, wenn man aber Metallsalze dazu gibt, entstehen verschiedene Farben."
Maximilian Rieger, Deutschlandfunk-Nova-Sportredaktion

Dass es diesen Test der kalten Pyrotechnik im Stadion gab, ist aus der Not heraus entstanden, sagt Mickel Lauritsen, Sicherheitsbeauftragter bei Brøndby IF. Denn der Verein hat in der Vergangenheit, wie auch viele deutsche Vereine, Strafen zahlen müssen, weil die Fans Pyrotechnik verbrannt haben.

Die Vereine können oft nicht verhindern, dass Bengalos ins Stadion geschmuggelt werden. Deshalb hat sich Brøndby IF mit seinen Fans zusammengesetzt, die Idee mit der kalten Pyrotechnik den Behörden vorgelegt und im Stadion getestet. Ein Pyrotechniker war vor Ort und die Fackeln mussten mindestens einen Abstand von einem halben Meter haben. Ein paar Fans war das Licht zwar nicht hell genug, der Sicherheitsbeauftragte von Brøndby IF Mickel Lauritsen sagt aber, je heller die Pyrotechnik ist, desto heißer wird sie.

Keine kalten Bengalos in Deutschland

In Deutschland wurden die kalten Fackeln auch schon getestet. Die Stadt Bremen hat sie mit dem Verein Werder Bremen ausprobiert. Damals wurde aber festgestellt, dass die Fackeln bis zu 500 Grad heiß werden und schwer zu löschen sind. Deshalb hat Bremen keine Erlaubnis dafür erteilt. Der Präsident von Werder war zwar interessiert daran, die Idee weiterzuverfolgen und mit dem Pyrotechniker Tommy Cordsen zu sprechen, aber seitdem gibt es keine neuen Entwicklungen.

Der Deutsche Fußballbund ist gegen jegliche Art von Pyrotechnik im Stadion und lehnt auch Tests ab, genau wie die Bundesregierung. Das sorgt für großen Ärger bei den Fans. 2011 gab es Gespräche zwischen dem DFB und den Fans, in denen der DFB sagte, man könnte kalte Pyrotechnik vielleicht einmal ausprobieren, öffentlich hat sich der DFB dann aber doch dagegen ausgesprochen.