Revolutionsführer Pol Pot putscht sich mithilfe der Roten Khmer an die Macht. Von 1975 bis 1979 terrorisiert er Kambodscha. Über 100.000 Menschen sind dem Völkermord zum Opfer gefallen. Bis heute sind die Auswirkungen in dem Land zu spüren.

Vier Jahre lang herrschen Pol Pot und die Roten Khmer in Kambodscha. Pol Pot will einen Agrarkommunismus aufbauen, bei dem nur das Wissen um landwirtschaftliche Produktion zählt. Alles andere wird zum "intellektuellen Widerstand" gegen das Regime erklärt und mit drakonischen Maßnahmen bestraft. 

Genozid gegen die eigene Bevölkerung

Mehr als 100.000 Leichen werden später in den Killing Fields gefunden. Von diesen Mordstätten gibt es 300 in Kambodscha. Hinter Stacheldraht und Mauern spielen sich unbeschreiblich brutale Szenen ab, die Schergen der Roten Khmer kennen keine Gnade mit den vermeintlichen Gegnern des Regimes.

Auswirkungen des Terrors bis heute

Nahezu 30 Prozent der Bevölkerung sind zwischen 1975 und 1979 getötet worden - eine Generation, die heute noch fehlt. Das Pol-Pot-Regime hat dafür gesorgt, dass große Teile der kambodschanischen Industrie entweder zerstört oder aus dem Land vertrieben wurden. 

Zwar haben sich Kindersterblichkeit und die allgemeinen Lebensbedingungen in Kambodscha in den vergangenen 40 Jahren deutlich verbessert, aber die Nachwirkungen des Terrors der Roten Khmer sind noch immer zu spüren.

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Der Journalist und Buchautor Andreas Margara schildert die Brutalität, mit der Pol Pot und die Roten Khmer Kambodscha zu einem agrar-kommunistischen Staat umbauen wollten. 
  • Der Historiker Bernd Stöver beschreibt die soziale Lage der kambodschanischen Bevölkerung nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer, an die sich eine Besatzungszeit durch Vietnam anschloss.
  • Der ARD-Korrespondent Holger Senzel erklärt die Situation im heutigen Kambodscha, das nach wie vor von der Zeit der Roten Khmer geprägt ist. 
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erläutert die Schwierigkeiten, die Kambodscha in der Vergangenheit als Land zwischen den Nachbarstaaten Thailand und Vietnam hatte.
  • Deutschlandfunk-Nova-Autorin Kristin Mockenhaupt beschreibt die Zeit zwischen 1975 und 1979, als die Roten Khmer in Kambodscha das Sagen hatten.