An der Theke nach Luisa fragen und Hilfe bekommen - das ist die Idee hinter der Kampagne "Luisa ist hier". In Münster gibt es sie schon, andere Städte haben Interesse bekundet.

In Münster machen inzwischen 30 Kneipen mit: Stellt ein Gast an der Theke die Frage "Ist Luisa hier?", wissen die Kellner, dass der Gast Hilfe benötigt, zum Beispiel wenn sie oder er von einer anderen Person belästigt wird. Konzipiert ist das Ganze für Frauen, aber auch Männer können diese Code-Frage stellen. In England gibt es dieses Modell schon länger - gefragt wird hier nach "Angela".

In einer Kneipe hängt ein Plakat der Kampagne "Luisa hier"
© dpa

Gerlinde Gröger, Leiterin des Frauennotrufs in Münster, hat die Kampagne mitentwickelt. Sie sagt: Das Kneipenpersonal soll bei dieser Frage den Gast sofort in einen geschützten Raum bringen, zum Beispiel die Küche, um dann in Ruhe mit ihr oder ihm zu sprechen. "Wichtig ist, dass unmittelbare, unkomplizierte Hilfe geleistet wird und dass nicht erst gefragt wird, um welche Situation es sich handelt."

Unsere Reporterin Ann-Kristin Pott hat ein paar Menschen zu diesem Konzept gefragt, die in Kneipen in Münster unterwegs sind. Eine Person sagt:

"Ich finde die Idee gut. Wir hatten eine solche Situation letztens erst mit den Mädels. Da kam ein Typ immer näher und hat sich dann auch einfach an den Tisch gesetzt."
Kneipengast in Münster

Ein Einwand lautet: Wozu braucht man aber überhaupt einen solchen Code?

"Ich würde denken: Wenn ich jemanden hinter der Theke frage und um Hilfe bitte, dann würde mir der doch sowieso helfen. Deswegen weiß ich nicht, ob es überhaupt nötig ist, so ein Codewort zu haben."
Kneipengast in Münster

Marvin, Barkeeper in der Kneipe "Cavete" in Münster, sagt: Ein Code macht es einfacher, vor allem, wenn es voll und laut ist und die Verständigung mit den Gästen deshalb manchmal schwierig ist.

"Ich hatte schon zwei Damen hier an der Theke, die unbedingt aus dem Laden raus wollten. Ich habe sie erst nicht verstanden. Wenn man diesen Satz im Kopf hat, dann schaltet man schneller im Kopf um und man reagiert darauf sofort."
Marvin, Barkeeper in Münsteraner Kneipe "Cavete"

Bisher gibt es die Luisa-Kampagne nur in Münster. Andere Städte haben aber schon angefragt, das Konzept kopieren zu wollen.