Diese Mauer steht: Paprika-Chips über alles, finden die meisten Deutschen. Deshalb hatte bisher der internationale Chips-Marktführer hier das Nachsehen. Nun wagt sich Lay's an einen neuen Vorstoß.

Wer sich im deutschen Supermarkt umschaut, kann sich direkt reinlegen. Besonders zur WM steigt unser Chipskonsum um bis zu 10 Prozent. Und wenn wir in Deutschland Chips meinen, dann meinen wir eben zumeist Paprika-Chips. Seit Jahren werden Chips der Geschmacksrichtung "Paprika" beziehungsweise "Ungarisch" am meisten gekauft.

Paaaaprika! Chiiiips!

Neben einer Masse an No-Name-Marken ist das Regal fest in der Hand der heimischen Martkführer: Lorenz Bahlsen mit Crunchips und Intersnack mit seinen Marken Funny-Frisch und Chio. Auf dem internationalen Markt sieht das allerdings anders aus. In den USA und vielen Ländern Südamerikas und Europas beherrscht PepsiCo mit seiner Marke Lay's das Geschäft. Hierzulande bringt es der Hersteller jedoch auf nur etwa 3 bis 5 Prozent Marktanteil.

Chisptüten verschiedener Marken Chipsfrisch Crunchips Chio
© dpa
Die deutschen Marktführer - Chio und Funny-Frisch gehören jedoch beide zu Intersnack.

Woher unsere Liebe zu Paprikachips kommt, darüber können wir nur spekulieren. Fest steht, dass Chips bei uns erst in der Nachkriegszeit groß wurden, vorher knabberte man in deutschen Wohnzimmern eher Nüsschen oder Salzstangen. 

Am Anfang war die Paprika

Eine Theorie unserer Paprikaliebe: diese Chips waren einfach zuerst da. Die uns bekannte deutsche Knabbermarken sprangen zuerst auf den Paprikazug auf. Und plötzlich waren sie einfach überall. Und die Marktforschung zeigt immer wieder: Der Pionier in einem Segment gewinnt.

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Lay's, die traditionell wiederum eher auf Sorten wie "Salty", "Sour Cream" oder "Vinegar" setzen, will sich davon jedoch nicht abschrecken lassen. Selbst, wenn sie mit ihrem Markteinstieg Anfang der Nullerjahre nicht den erhofften Erfolg hatten. Neu an Lay's ist nun, was für andere ein alter Hut ist: Neben puren, salzigen Kartoffelchips gibt es jetzt eben auch Lay's-Paprikachips. Übrigens flach und nicht geriffelt. Noch so eine Besonderheit des deutschen Marktes.

Warum wir besonders auf Paprikachips abgehen, bleibt also weiterhin ein Mysterium. Wissenschaftlich nachgewiesen ist indessen, dass Chips regelrecht berauschen können. Bei der Dosis knuspriges Fett und Kohlenhydraten springt das Belohnungszentrum in unserem Hirn an. Tja, und am Ende ist die Chipstüte eigentlich immer leer.