Rund vier Millionen Menschen nutzen die Warn-Apps "Katwarn" und "Nina". Mithilfe von Push-Nachrichten informieren die Anwendungen, wenn's brennt, stürmt oder ein anderes Unglück droht.

Wenn im Sommer ein schweres Gewitter und starker Sturm aufziehen, wenn im Chemiewerk um die Ecke giftige Stoffe austreten oder euer Viertel wegen einer alten Fliegerbombe evakuiert wird - dann warnen Apps wie "Katwarn" ("Katastrophenwarnung") oder "Nina" ("Notfall-Informations- und Nachrichten-App") davor.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat die App Nina entwickelt. Dabei kann der Nutzer auswählen, für welchen Ort er gewarnt werden möchte. Wenn was passiert, sendet das System eine Push-Nachricht aufs Handy - je nach Einstellung sogar auch noch den passenden Sound dazu: eine heulende Sirene.

Warnungen auch für Großevents

Die App meldet auch Hochwassergefahr oder Großbrände. Außerdem gibt sie Tipps, wie man sich am besten verhält, wenn ein Feuer ausbricht oder der Strom großflächig ausfällt.

Katwarn funktioniert ähnlich wie Nina. Auch hier gibt es Katastrophenwarnungen für Städte und Gemeinden, aber auch für Großevents. Entwickelt wurde sie vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme.

"Ich kann mir für bestimmte Veranstaltungen, zum Beispiel für's Oktoberfest oder Rock am Ring, ein Abo installieren."
Niklas Reinhardt, Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme

Die App warnte auch die Festivalbesucher bei Rock am Ring, als im Sommer 2016 heftige Gewitter über das Gelände zogen und 71 Menschen durch Blitzeinschläge verletzt wurden.

Offizielle Informationen als Grundlage

Die App will so früh wie möglich informieren: Wenn Eingänge überfüllt oder U-Bahnen ausgefallen sind, gibt es Warnungen. Diese Hinweise kommen nicht von Katwarn selbst, die App leitet offizielle Informationen der Feuerwehr oder des Deutschen Wetterdienstes weiter. 

Auch über Facebook und Twitter, Radio oder Nachrichtenseiten lassen sich viele Gefahren-Informationen einholen. Für Niklas Reinhard vom Fraunhofer-Institut ist das aber kein Argument, die Apps nicht zusätzlich auf dem Handy zu haben.

"Je mehr Möglichkeiten ich habe, an relevante Informationen zu kommen, desto besser."
Niklas Reinhardt, Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme

Weil längst nicht alle Städte und Gemeinden ihre Gefahren-Informationen auch an beide Apps weitergeben, können Nutzer natürlich auch beide Apps runterladen. Sicher ist sicher.