Die Party war super, aber den Tag danach würden wir am liebsten streichen. Rollmops eignet sich auch nur bedingt gegen den Kater. Aber vielleicht hilft ein Pulver? In den USA und Asien finden Anti-Kater-Drinks jedenfalls reißenden Absatz.

In Deutschland sind Anti-Kater-Drinks und -Pulver noch ein Nischenprodukt. Anders sieht das in Asien aus oder den USA. In Südkorea zum Beispiel wird bei Geschäftsessen viel getrunken. Ablehnen gilt als unhöflich. Dort werden schon jetzt jedes Jahr rund 150 Millionen Euro mit Katermitteln umgesetzt.

In den USA ist die Pille RU21 der Renner. Das Anti-Kater-Mittel soll der russische Geheimdienst KGB während des Kalten Krieges entwickelt haben, damit die Agenten mehr trinken konnten. Heute werden in den USA täglich bis zu 15.000 Packungen der Anti-Kater-Pille bestellt.

In Deutschland sind die ersten Start-ups 2012 auf den Markt gegangen. Eines der ersten war One47, gegründet von zwei Mainzer Studenten, die das Konzept aus den USA mitgebracht haben. Es folgten Superdrink, freigeist und Hang&Over. Die Chancen, damit auf dem deutschen Markt ordentlich Geld zu verdienen, stehen ganz gut sagt Start-up-Experte Wolfgang Nietzer.

"Wenn man sich jetzt allein mal den deutschen Markt anschaut, kann der viele, viele Millionen groß sein. Vielleicht sogar 100 Millionen, das will ich gar nicht ausschließen."
Wolfgang Nietzer, beschäftigt sich mit Unternehmensgründungen im Bereich Essen und Trinken

Die Katermittel enthalten meist eine Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und Koffein. Es gibt sowohl Mittel, die man nach dem Feiern nimmt, als auch Kombi-Präparate. Das heißt, die eine Ladung nimmt man vor dem Feiern, die andere am Morgen danach. Das soll helfen, dass der Körper den Alkohol weniger spürt und schneller abbaut. Manche dieser Mittel sind ganz schön teuer. One 47 nimmt für sechs Portionen Anti-Kater-Pulver bis zu 25 Euro. Ob die Mittel wirklich was taugen, ist bisher aber wissenschaftlich nicht bewiesen.