Den Amphibien geht es nicht gut: Frösche, Kröten und Molche sind weltweit gefährdet. Die Weltnaturschutzunion hat schon ungefähr ein Drittel der Arten auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt. An den Ursachen für dieses große Amphibien-Sterben wird schon lange geforscht - jetzt sind Biologen noch eine weitere mögliche Ursache auf der Spur.

Forscher haben entdeckt, dass ein Krankheitserreger manche Kaulquappen befällt, noch bevor aus dem Tier ein Frosch wird. Im Fachjournal PNAS schreiben sie, dass der Erreger ein sogenannter Protist ist - also ein Einzeller, der kein Bakterium ist, sondern bei dem die Zelle mehr wie die von Tieren und Pflanzen aussieht. Die Wissenschaftler glauben, dass der Einzeller mitverantwortlich ist für ein Massensterben von Kaulquappen 2006 in den USA.

Solche Einzeller können auch beim Menschen Krankheiten auslösen, zum Beispiel Malaria. Bei den Kaulquappen sammeln sich die Einzeller in der Leber der Tiere an. Bisher hatte man sich bei der Suche nach den Gründen für das Amphibiensterben eher auf andere Krankheitserreger konzentriert.

Umweltveränderungen und Pilze sind mitverantwortlich

Viren, und vor allem aber Pilze, setzen den Amphibien ebenfalls zu. Genauer gesagt macht ihnen ein Pilz zu schaffen: Ein Chytrid-Pilz, der kleine Löcher in die Haut der Amphibien frisst, wodurch diese sterben. Außerdem spielen Umweltveränderungen und Konkurrenz durch eingeschleppte Arten eine Rolle beim Amphibiensterben. Laut dem Biologen David Wake ist es bei Amphibien offenbar nicht nur ein einzelner Faktor, der sie aussterben lässt, sondern eher ein "Tod durch tausend kleine Schnittwunden".