Wir dachten, geben wir dem Kegeln eine Chance: Vielleicht ist das ja auf der Metaebene cool. Aber selbst nach eingehender Prüfung kommen wir zu dem Schluss: Der Sport bleibt bieder und konservativ.

Vor Kurzem erreichte uns die Meldung, dass Kegelclubs in Deutschland aussterben, weil es keinen Nachwuchs gibt. Was echt? Aber ist Kegeln nicht so ein bisschen retro-hip? Oder meta-cool? Oder wenigstens witzig - im Sinne von "Haha-lustig-wir-gehen-kegeln!"? 

Zumindest haben wir ein paar Jungs getroffen, die sich regelmäßig zum Kegeln treffen. Nach unserem Dafürhalten handelt es sich um coole Jungs, die das Kegeln auf der Coolheitsskala in diesem Jahrtausend oben halten könnten. 

Coole Jungs beim Kegeln.
© Deutschlandfunk Nova | Benjamin Weber
Coole Jungs beim Kegeln.
"Wir kegeln, weil wir uns sonst nicht sehen. Das ist irgendwie ein Grund zum Trinken, zum Treffen, ein Grund zum Quatschen."
John, einer aus der Kegeltruppe über seine Beweggründe, zu kegeln.

In dieser Runde wollen wir prüfen: Muss das Kegeln zwingend aussterben, oder lässt sich mit verbesserten Rahmenbedingungen vielleicht was machen? An diesem Abend gibt es zumindest schon mal coole Musik, gegessen werden Burger und die Truppe ist gut drauf. Jetzt stellt man sich statt holzvertäfelter Kellerbahn noch ein etwas stylischeres Ambiente vor... Und trotzdem... Irgendwas ist. 

Die Jungs machen eine Transformation durch

Es sind die Jungs! Hier unten im Kegelkeller machen sie eine Transformation durch. Sie werden selbst so spießig wie das Kegelimage. 

"Hier haben wir Anwesenheitspflicht und Beitrag und so, ist zwar alles ein bisschen witzig gemacht, aber das nimmt auch jeder ernst."
Tobi, einer aus der Kegeltruppe über seine Beweggründe, zu kegeln.

Fast hätte die Truppe sogar aktiv gegengesteuert und etwas zur Rettung der Kegelklubs beigetragen. Sie hatten nämlich vor, einen Kegelverein zu gründen. Das scheiterte aber an der Namensgebung. 

Eigentlich war "Bowling Stones" gesetzt. Andere Mitglieder hatten aber in Abwesenheit der anderen für "Kegelstumpf" gestimmt. Diese Diskrepanz brachte das Projekt zum Scheitern. Puh, wenn das mal nicht erste Anzeichen von Vereinsmeierei sind, dann wissen wir auch nicht. Und das ist mal so gar nicht cool. Sorry Jungs.