Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus trifft die Musikbranche hart. Erst einmal gibt es keine Konzerte mehr. Falls ihr eure Lieblingsmusiker und -musikerinnen in der Krise unterstützen wollt, hat unsere Reporterin Anke van de Weyer ein paar Tipps für euch.

Für viele Musikerinnen und Musiker sind Konzerte die wichtigste Einnahmequelle. Dass alle Konzerte nun im Zuge der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abgesagt wurden, kann für viele schnell existenzbedrohend sein. Eigentlich sind viele Bands zu dieser Zeit sonst auf Tour, bevor die Festivalsaison im Sommer beginnt.

Aber ihr könnt eure Lieblingsmusiker und -musikerinnen auch anders unterstützen, so unsere Reporterin Anke van de Weyer. Etwa indem ihr ohne Ende Musik konsumiert. Das findet auch der Rapper Yassin. Er musste zwei Drittel seiner aktuellen Tour zusammen mit dem Rapper Audio 88 absagen.

"Streamt auf jeden Fall Musik oder kauft sie digital. Das Geld kommt tatsächlich bei den Künstlern an."
Yassin, Rapper

Ihr könnt eure Lieblingskünstler und -künstlerinnen auch direkt anschreiben. Das klingt vielleicht komisch. Aber es hilft, sagt Yassin - nicht unbedingt finanziell, aber dafür moralisch, weil Musiker merken, dass sie weiterhin Fans haben.

"Schreibt den Künstlern einfach. Die meisten sind froh, jetzt zu merken, dass sie eine stabile Fanbase haben."
Yassin, Rapper

Auch die Bands selbst treten zurzeit in engen Kontakt zu ihren Fans und werden teils sehr erfinderisch. Viele spielen Konzerte und streamen. "Das ist fast schon Standard", sagt Anke van der Weyer. Aber es geht auch noch kreativer: Der Indie-Musiker Jens Lekmann zum Beispiel bietet an, dass Fans bei ihm private Skype-Konzerte buchen können. Ihr könnt euch dann exklusiv von ihm per Skype euer Lieblingslied vorspielen lassen.

Die Musikerinnen und Musiker selbst stellen mittlerweile auch Forderungen. Zum Beispiel, dass Spotify die Ausschüttung für Streams verdreifacht. Wie viel Geld für die Streams genau fließt, verrät Spotify nicht. "Aber es wird vermutet, dass das ungefähr 0,003 Euro pro Stream sind", sagt Anke van de Weyer. Das heißt, für 1000 Streams gibt es drei Euro - bei einer Verdreifachung gäbe es immerhin neun Euro.

Hören, kontaktieren, Merchandise kaufen

Ihr könnt natürlich auch Merchandise kaufen, also Fanartikel wie Klamotten oder Accessoires. Viele Künstlerinnen und Künstler, die zurzeit unterwegs auf Tour sein wollten, haben dafür extra Merchandise produzieren lassen. Die verschiedenen Artikel wollten sie auf den Konzerten verkaufen, die nun abgesagt werden mussten. Viele bieten ihr Merchandise online an und der Gewinn daraus kann die Ausfälle vielleicht etwas abfedern.

Vorsicht bei Rückgabe von Tickets

Viele Fans entscheiden sich gerade dazu, Konzerttickets nicht zurückzugegen - aus Solidarität mit den Künstlerinnen und Künstlern. Ob das hilft, ist nicht sicher. Aufgrund der teilweise sehr undurchsichtigen Strukturen auf dem Ticketmarkt, ist zurzeit unklar, ob das Geld für nicht zurückgegebene Tickets am Ende wirklich den Künstlerinnen und Künstlern zu Gute kommt.